Wer ist am 22. Oktober um 18:00 Uhr in Dresden und interessiert sich für besondere Möbel?

Liebe Leserinnen und Leser,

heute freue ich mich, einen sicherlich wunderbaren und sehr kurzweiligen Termin empfehlen zu können.

Am Montag, den 22. Oktober öffnet mein Kunde Heinrich Hattebier seine Werkstatt. Er lädt herzlich dazu ein, die Arbeit von zwei Tischler-Innenarchitekten aus der Nähe kennenzulernen.

InteressentInnen melden sich bitte direkt bei Heinrich Hattebier an. Die Kontaktdaten, wie auch weitere Bilder seiner Arbeit finden sich hier auf seiner Webseite. Oder einfach anrufen: 0351 48 27 880

Heinrich und Sven werden anhand eines aktuellen und konkreten Auftrags ihre Arbeit und Leidenschaft zeigen.
Wer außergewöhnliche Möbel und Menschen, eine ruhige sowie konstruktive Atmosphäre und die Kombination aus gestalten, erschaffen und einbauen hautnah kennenlernen möchte, sollte sich diesen Abend in Dresden nicht entgehen lassen.

Auch wenn für mich die Anreise am 22. Oktober zu weit ist, wünsche ich allen, die teilnehmen eine gute gemeinsame Zeit.

Wir wollen denken!
Gebhard Borck

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Konsens – Bahnhof – Rechtsstreit

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern saß ich im Rahmen eines gemeinsamen Kundentermins mit meinem Kollegen Andreas Zeuch aus dem Beraternetzwerk sinnvoll·wirtschaften zusammen.
Wir waren in einer umtriebigen und gut gefüllten Bahnhofshalle. Ein Ambiente, in dem wir uns fabelhaft austauschen konnten, über allerlei Themen, die uns gerade beschäftigen.
Andreas setzte sich bereits letzte Woche auf seinem Rezensionsblog öffentlich mit der Gemeinwohlökonomie und dem dazugehörigen Buch auseinander. Im Buch wird auf die Methode Systemisches Konsensieren verwiesen, über die wir uns gestern am Bahnhof dann auch unterhielten. Andreas hat dazu hier ebenfalls einen Blogbeitrag geschrieben.

Vorweg: Ich selbst habe die Methode bisher weder moderiert noch daran teilgenommen! Allerdings kenne ich Menschen, die in einer Gruppe diese Entscheidungsmethodik nutzen und mich als Großgruppenmoderator um Rat fragen, wie sie mit ihren gemischten Gefühlen zur Methode umgehen sollen. Zuerst einmal klingt die Idee des Systemischen Konsensierens logisch und sinnvoll. Anstatt sich in ewig währende Diskussionen und Auseinandersetzungen über ein Thema zu verstricken, sucht man nach der Alternative mit dem geringsten Widerstand in der relevanten Gruppe und setzt diese um.
Auf der Webseite des systemischen Konsensierens wird das anhand der Auswahl eines geeigneten Restaurants für ein gemeinsames Abendessen erläutert. Vier Menschen haben vier Vorschläge für mögliche Restaurants. Darunter finden sich

  1. Gut bürgerlich
  2. Chinesisch
  3. Italienisch
  4. Griechisch

In der ersten Runde, in der die vier versuchen einen Einigung aufgrund des klassisch demokratischen Mehrheitsbeschlusses (Griechisch gewinnt hier mit 2 Stimmen) zu fassen , sagt einer den Termin zum Abendessen ab, da er griechisch so gar nicht möchte. Dann konsensiert die Gruppe und kommt zum Ergebnis, dass italienisch, bisher von keinem bevorzugt, den geringsten Widerstand in der Gruppe hat. Schnell ist man sich einig und trifft sich beim Italiener. Klingt gut, doch ist es das auch? Andreas stellt in seinem Blogbeitrag wichtige Fragen, die ich hier ergänzen möchte:

  • Macht die Fragestellung überhaupt Sinn? Im Restaurant-Beispiel viel mir auf: Die eigentliche Entscheidung ist doch „Wollen wir uns mal wieder treffen oder nicht?“. Ginge es den Menschen wirklich um das kulinarische Erlebnis, wäre es so, dass zum Italiener alle absagen würden, denn schließlich hat ihn aus kulinarischen Erwägungen niemand bevorzugt. Andere Entscheidungsmethoden ermöglichen es in ihrem Prozess, tieferliegende Beweggründe, Sinnbezüge, Werte etc. aufzudecken. Das systemische Konsensieren, wie es hier beschrieben wird, sucht eine schnelle Lösung, mit geringem Widerstand.
    Ich empfehle deshalb den AnwenderInnen der Methode die notwendige Grundlagenarbeit vor dem Entscheidungsprozess zu machen. Damit wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, über die richtige Fragestellung zu entscheiden. Ansonsten ist das Treffen beim Italiener verdorben bevor es anfängt, da sich alle darüber beschweren, wie mittelmäßig das kulinarische Erlebnis ist!
  • Gibt es einen Gruppenzwang? Meiner Arbeit mit Sinnkopplung liegt – neben anderen – dies These zugrunde: Wir entscheiden als Individuen darüber ob etwas für uns Sinn macht oder nicht. Dieser Entscheidung entsprechend bringen wir unser Leistungspotential in die Konsequenz ein.
    Für das Beispiel hieße das: Ginge es wirklich um das kulinarische Erlebnis, ist nach dem systemischen Konsensieren keiner der vier mehr sinnhaft gekoppelt – mehr zu den Zuständen der Sinnkopplung gibt es in diesem Artikel. Sprich: entweder sie gehen aus einem anderen Grund dahin, dann braucht es allerdings den Entscheidungsprozess gar nicht, oder sie haben keinen Grund mehr emotional an das Ereignis gekoppelt zu sein. Die Konsequenzen davon kennen wir alle aus unserem Alltag:

    • Wir laden 15 Menschen zu einem gemeinsamen Essen ein, 10 sagen zu, 6  kommen, die restlichen 4 fehlen kommentarlos.
    • Von den 6-en die kommen, haben 3 noch andere Termine. Se sind nur gekommen um zu sagen, dass sie doch nicht können und gehen nach einem kleinen Umtrunk sofort wieder.

    Auch wenn man sich konsensual auf etwas geeinigt hat, bedeutet das nicht, dass man sinnkoppelt! Systemisches Konsensieren braucht also einen Rahmen, in dem die Gruppe zum gemeinsamen Handeln gezwungen ist. In dem die Verweigerung in letzter Konsequenz den Gruppenausschluss bedeutet. Denn dann kann es eine tiefere Ebene der Sinnkopplung geben, die einen konsensierten Entschluss sinnhaft macht, auch wenn er losgelöst betrachtet für die eine oder den anderen sinnlos ist. Ich mache mit, weil ich die Gruppe und ihre Werte/ Ziele gut finde.
    Ohne diese Voraussetzung sehe ich aus der Perspektive der Sinnkopplung die Gefahr, dass Systemisches Konsensieren einen Entschluss vorgaukelt, der ohne entsprechende Auseinandersetzung in der Gruppe (siehe oben) nur sehr geringen Gruppenbelastungen standhält.

  • Kennen wir das nicht aus dem Rechtsstreit? Hatten Sie schon einmal einen Rechtsstreit? Nicht umsonst sind viele Rechtsanwälte auch zugleich Mediatoren. Bei einem Rechtsstreit ist man aufgrund eines Vertragsverhältnisses dazu gezwungen, sich mit einem anderen Menschen/ einer Institution auseinander zu setzen. Zumeist befinden sich die Parteien in einem Zustand der gegenseitigen Sinnentkopplung. Meisten haben die Parteien sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was rechtens ist, welche Leistungen wie zu erbringen sind etc..
    Ein Mediationsprozess sucht nun die gemeinsamen kleinsten Nenner, auf die man sich einigen kann. Anders ausgedrückt, die Variante mit dem geringsten Widerstand in der Gruppe. Immer wieder gelingt es mit der Suche nach diesem geringsten Widerstand eine Einigung ohne aufwändiges Gerichtsverfahren zu erzielen. Keine Partei ist glücklich, doch für alle wäre die Auseinandersetzung vor Gericht noch schlimmer. Übertragen auf Systemisches Konsensieren bringt mich das zu folgender – zugegebenermaßen provokanten – These:

Ein sinnvoller Rahmen für die erfolgreiche Anwendung des systemischen Konsensierens ist ein Trennungsszenario im Streit.

Wir wollen denken! Gebhard Borck

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Eingeordnet unter Affenmärchen in der Praxis, Tipps und Technologien

Rente ab Null, arbeiten bis 90 und länger sowie mindestens 5 Jobs gleichzeitig!

Bilder "Nachtmahr" und "Adam und Eva im Garten Eden" aus WikipediaLiebe Leserinnen und Leser,

ist der heutige Titel eher ein Horror- oder doch ein Wunschszenario? Ich hoffe er weckt zumindest Gefühle – auch Entsetzen ist ein solches ;)!
Mir gehen die Diskussionen über die Rente, die Altersarmut, die unselbständigen Twens, die immer noch bei den Eltern wohnen und die armen Menschen, die 5 Jobs brauchen, um über die Runden zu kommen, auf die Nerven. Dabei will ich den vielen öffentlichen Debatten gar nicht widersprechen.

  • Es ist ein Armutszeugnis, wie viele alte Menschen leben müssen, weil zu mehr das Geld nicht reicht.
  • Es ist peinlich, wenn fertig studierte Menschen nicht bei den Eltern ausziehen können, weil ihnen das Geld dazu fehlt, da sie sich zur Generation Praktikum zählen müssen.
  • Und es ist eine Schande, dass Menschen selbst mit 5 (Drecks-)Jobs noch immer zu wenig verdienen, um mit ihren Kindern mal ohne Sorgen Eis essen zu gehen.

Das stimmt und wer denkend im bestehenden System verharrt, der wird hier bis zum St. Nimmerleinstag Arbeit damit haben, unlösbare Probleme zu verwalten. Mir hilft in solchen Momenten diese Methode:

Nehmen wir die beschriebenen Probleme und formulieren wir sie als ob sie das Paradies auf Erden wären. Was ist zu ändern, damit es diesen paradiesischen Zustand gibt?

Folgende Geschichten aus meinem Leben sollen verdeutlichen, warum ich die Hoffnung habe, dass die tagtäglich durch die Medien getriebenen Niedergangsszenarien, eigentlich ein Paradies beschreiben:

Rente ab Null:

Vor etwas mehr als 4 Jahren hatte ich das Glück Daniel Häni persönlich in der Mitte in Basel zu treffen. Es ist nicht so, dass er mir sehr sympathisch war, doch was er gesagt hat, bestimmt mein Leben noch heute. Wir haben uns im Café über das Bedingungslose Grundeinkommen unterhalten. Folgende Gedanken lassen mich seither nicht mehr los:

  • Wie würden wir Kinder erziehen/ mit ihnen umgehen die wissen, dass sie mit 16, 17 oder 18 nicht mehr finanziell von ihren Eltern abhängig sind? Was würden wir ihnen beibringen wollen?
  • Wie würden wir mit Erwachsenen umgehen, die jederzeit ihre Arbeit in ihrer Firma niederlegen können, weil sie keine finanzielle Abhängigkeit zur Firma haben?

Allein über die Antworten auf diese Fragen nachzudenken macht mich zufrieden und oft sogar glücklich. Sie geben mir Hoffnung und Vertrauen in uns Menschen. Ich kann nur jedem empfehlen darüber nachzudenken, denn meine Erkenntnisse daraus machen mich toleranter, erinnern mich daran respektvoll mit meinem Mitmenschen umzugehen, lassen mich meine Kinder noch mehr lieben (wenn das möglich ist ;)) und geben mir mehr Zuversicht, dass wir unsere Probleme in den Griff bekommen, als alles, was ich tagtäglich in den Medien höre und sehe.

Arbeiten bis 90 und länger

Vor knapp 3 Wochen haben wir uns mit unseren Vermietern getroffen. Es handelt sich dabei um ein rüstiges Ehepaar. Wir haben über mehr als nur das Mietverhältnis und die notwendigen Arbeiten am Haus gesprochen. Thema war auch, wie es ihrer Firma – sie haben einen Produktionsbetrieb mit 30 Mitarbeitern – und meiner Selbständigkeit geht. Am Ende des Gesprächs hat er uns verraten, dass er bereits Mitte 80 ist. Ich war baff! Nie im Leben hätte ich ihn älter als Anfang 70 geschätzt. In unserem Gespräch behandelten wir die Risiken durch den Onlinehandel ebenso wie globale Entwicklungen von Rohstoffpreisen etc.. Diese Aktualität im Geist paart sich mit einer Altersweisheit und Ruhe, auf die man neidisch werden kann. Nicht nur bei diesen beiden Menschen, auch bei anderen älteren Bekannten erkenne ich klare Muster:

  • Wer noch einer anspruchsvollen und für sich sinnvollen – sowohl geistig, wie auch körperlich – Arbeit nachgeht (egal ob erwerbsorientiert oder nicht), ist geistig und körperlich fitter als alle „joggenden“ Pensionäre, denen ich begegnet bin.
  • Immer mehr Menschen werden körperlich gesünder älter.

Und ich stelle mir die Fragen:

  • Wie gehe ich heute mit meinem Geld um, wenn ich mit 70 noch gerne einer erfüllenden Arbeit nachgehen will, kann und darf?
  • Wer hat eigentlich das Naturgesetzt eingeführt, nach dem man mit dem 65 Lebensjahr arbeitsunfähig wird und wer bitteschön hat daraus die Regel abgeleitet, dass es besser wäre, diesen Zustand bereits vor dem 65-sten Geburtstag zu erreichen?

Mindestens 5 Jobs gleichzeitig

Zu Beginn meiner Selbständigkeit hatte ich einen einzelnen großen Kunden, mit dem ich ≥97% meines Umsatzes machte. Das Paradies!?
Im Grunde war ich ein Angestellter mit einem überdurchschnittlich hohen Einkommen für meine Aufgaben. Der Neid einiger (unechter) Kollegen war mir ebenso sicher, wie die Freude über spontane Kurztrips nach Mallorca, Barcelona und Irland.

Nach 42 Monaten im Garten Eden der abhängig Arbeitenden hat irgendein mir unbekannter Adam in irgendeinen virtuellen Apfel gebissen und mein Herr hat mich aus dem Paradis verjagt. Als Grund musste ein Kostensenkungsprogramm mit einem 5-buchstabigen Akronymnamen herhalten. Jetzt wurde der Unterschied zwischen mir und den (unechten) Kollegen deutlich: Ihr „unterdurchschnittlicher“ Verdienst wurde auch in Krisenzeiten bezahlt!

Mit dieser Erkenntnis im Gepäck entschied ich für die Zukunft, ein höheres „überdurchschnittliches“ Einkommen zu fordern, um auch Krisenzeiten überstehen zu können, in denen man aus dem Paradies verbannt war! Doch das reichte nicht, denn zuerst musst ein anderer zahlungswilliger Herr gefunden werden. Die Suche gestaltete sich langwieriger als angenommen, doch am Ende gelang es ;)! So erneut im sicheren Hafen angekommen, wähnte ich mich im Glück. Doch Erstens kommt es anders …
Nach weiteren 18 Monaten im neu gefundenen Paradies – diesmal mit Krisen-Airback – kam die nächste Flaute und das nächste Akronym-Programm. Ich lehnte mich zurück und dachte: „Kein Problem, diesmal hattest Du ja ein ausreichend hohes Einkommen!“ Doch weit gefehlt. In der Wirtschaftswelt gibt es Herren, die bezahlen nicht! Anstatt also in Gelassenheit die Krise abzuwarten, war ich erneut mittendrin.
Heute habe ich das Risiko des Einkommens wie auch das Risiko des Ausfalls auf mindestens 5 Kunden verteilt. Ich wähne mich dennoch nicht im Paradies und bleibe Aufmerksam im Bezug auf Krisen, Zahlungsausfälle etc.. Alles in allem funktioniert das seit 48 Monaten ganz gut – mit einem positiven Ausblick auf die kommenden 6!

Schaue ich auf meine Situation und auf die Berichte im Fernsehen, kommen mir folgende Fragen:

  • Ist es wirklich so schlimm, ≥5 Jobs bei unterschiedlichen Unternehmen zu haben? Oder ist der Mangel vielmehr nur und nur darin zu finden, dass selbst die Summe des eingenommenen Geldes aus 5 Jobs nicht zum Leben reicht?
  • Ist es ideal für mich und meine Freiheit, wenn ich ausschließlich für einen Herrn/ Kunden arbeite?

Aus meinen Erlebnisse komme ich zu folgendem Zwischenresultat für mein Arbeitsleben:

In meinem Paradies …

  • habe ich ein bedingungsloses Grundeinkommen, mit dem ich keine großen Sprünge machen kann, ich mich allerdings auch nicht für einen ungeliebten Herrn verdingen muss.
  • schreibt mir keiner vor, wann ich aufhören soll zu arbeiten und mich in meiner Arbeit sinnhaft zu erfüllen.
  • gewinne ich zusätzliche Freiheit dadurch, dass ich mich – auch im Ideal – auf mehr als einen Arbeitgeber, einen Kunden, ein Geschäftsmodell, ein Produkt oder eine Dienstleistung stützen kann?

Mein Paradies charakterisiert sich durch drei Rahmenbedingungen, die im heutigen System mehr als undenkbar, nämlich schädlich sind. Zwei von diesen Rahmenbedingungen kann ich Stand heute einigermaßen stabil selbst herstellen und bin sehr zufrieden damit!

Wir wollen denken!
Gebhard

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Eingeordnet unter Fixstern Mensch, off record

Gedanken für Führende und Geführte – Stand September 2012

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzen Tagen kamen mir im Auto Gedanken zur Führung in den Sinn. Während des Nachdenkens fiel mir auf, dass sich die Gedanken an mein Bewusstsein und an mein Unterbewusstsein wenden. Sie sind mir als Text im Gedächtnis geblieben, der sich vielleicht als meditatives Zwiegespräch mit meinem Bewusstsein und Unterbewusstsein darstellen lassen. Ich poste ihn hier einfach mal, um ihn los zu werden ohne ihn zu vergessen ;).

Über Feedback freue ich mich! Vielleicht hat ja die/ der eine oder andere etwas ähnliches parat?

Liebes Bewusstsein:

wenn ich führe … wenn ich mich führen lasse …
gib mir die Kraft aufzuhören, wenn meine Führung nicht mehr gewollt ist. lass mich erkennen, wann ich führen will.
lass mich offen sein für die Menschen, die ich führe. gib mir die Demut, mich führen zu lassen.
verdeutliche mir die Chancen, an denen ich als Mensch wachsen kann.
verliere dich nicht in (Gruppen-)Spekulationen über Wenns und Hättes.


Liebes Unterbewusstsein:

wenn ich führe … wenn ich mich führen lasse …
geh den Egotripps aus dem Weg. lass mich ein zufriedenes Teammitglied sein.
wecke mich auf, wenn es an mir ist, geführt zu werden. wecke mich auf, wenn es an mir ist, zu führen.
halte die Bodenhaftung. sei bereit zu fliegen.
bewahre den Repsekt vor anderen, auch wenn sie mich nerven.
bleibe tolerant.
sei nicht nachtragend.


Wir wollen denken!
Gebhard

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Eingeordnet unter Affenmärchen in der Praxis, Fixstern Mensch, off record

Gute Führung – macht Wissenschaft!

Liebe Leserinnen und Leser,

wie die Reaktionen, Zugriffszahlen und meine Projekte im Zusammenhang mit Affenmärchen zeigen, teilen viele Menschen meine Sehnsucht nach einer Veränderung/ Verbesserung unserer Führungskultur. Eine zentrale Frage, die mir dabei immer wieder gestellt wird ist: „Wie ist denn dann die Führungskraft der Zukunft und wie werde ich eine?“ Antworten darauf gibt es sehr viele. Die meisten sind durch das persölniche berufliche Umfeld, individuelle Erfahrungen und Gedanken sowie eigene Werte geprägt. Belastbare Forschung findet sich neben der inflationär zitierten Gallup-Studie und dem DGB-Index für „Gute Arbeit“ kaum. Zumindest wenn man Wert auf höchstmögliche Unabhängigkeit legt. Deshalb freue ich mich heute ganz besonders, dass mich Dr. Armin Pircher Verdorfer von der Technischen Universität München angesprochen hat.

Im Rahmen einer europäischen Vergleichsstudie geht er gemeinsam mit Organisationspsychologen an der Universität Innsbruck der Frage nach,  inwieweit besonderen Facetten eines mitarbeiterorientierten Führungsstils in Zusammenhang mit der Motivation und dem Selbstbild der Mitarbeiter stehen.

Grundlage des untersuchten menschzentrierten Führungsstils sind dabei die Gedanken des „Servant Leadership“. Sie gehen auf den amerikanischen Managementberater und späteren Gastprofessor in Harvard, Robert Greenleaf (1904-1990) zurück. In seinem grundlegenden Essay The Servant as Leader (1970) formuliert Greenleaf seine Kernthese wie folgt:

“The great leader is seen as servant first, and that simple fact is the key to his greatness. (…) It begins with the natural feeling that one wants to serve, to serve first. Then conscious choice brings one to aspire to lead. That person is sharply different from one who is leader first, perhaps because of the need to assuage an unusual power drive or to acquire material possessions. (…) The difference manifests itself in the care taken by the servant-first to make sure that other people’s highest priority needs are being served. The best test, and difficult to administer, is: Do those served grow as persons? Do they, while being served, become healthier, wiser, freer, more autonomous, more likely themselves to become servants?”

Diese Auffassung der Grundhaltung eines Führers hat dasselbe Ziel, wie ich es hier in Affenmärchen ausführlich beschreibe: Jeden Menschen dabei zu unterstützen, der beste Mensch zu werden, der sie/ er sein kann.

Für eine vernünftige und sinnhafte Veränderung unserer Führungskultur ist es sehr wichtig, die bestehende empirische Forschung zu unterstützen. Deshalb lade ich alle Angestellten unter meinen Lesern herzlich ein, an der Umfrage der TU-München teilzunehmen. Alle Führungskräfte und Gschäftsführer leiten die Einladung bitte an Ihre Mitarbeiter weiter, danke.
Die Teilnahme an der Befragung nimmt ca. 5-7 Minuten in Anspruch und erfolgt über folgenden Link:
http://ww3.unipark.de/uc/leadership_survey_aut_ger/

Als kleines Dankeschön für die Unterstützung kann man im Anschluss an die Befragung an einem Gewinnspiel teilnehmen und Amazongutscheine im Wert von 20 Euro gewinnen.

Wer einen Blog oder eine Webseite hat, soll bitte für die Umfrage aktiv werben. Denn jede Umfrage ist nur so aussagefähig, wie die Teilnehmerzahl hoch ist! DANKE!

Weitere Auskünfte gibt es von:
Dr. Armin Pircher Verdorfer: Armin.Pircher-verdorfer@tum.de
Schirin Noori: Schekufe.Noori-Amir-Kolai@student.uibk.ac.a

Wir wollen denken!
Gebhard

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Eingeordnet unter Fixstern Mensch, Forschung

We did it!

Liebe Leserinnen und Leser,

heute Nacht um 24:00 Uhr ging die Finanzierungsphase der Operation Monkey Business mit dem Finanzierungserfolg zu Ende!

Ich bedanke mich auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich für die viele Unterstützung, die ich während der Finanzierungsphase erhalten habe. Bereits seit einigen Tagen stehe ich in Kontakt zur Übersetzerin wegen der Umsetzung!

Somit ist das Abenteuer Monkey Business nicht zu Ende – vielmehr geht es in die nächste Runde und bedeutet:

Affenmärchen goes International ;)!!!

Wie geht es konkret weiter?

In den nächsten Tagen werde ich:

  • Die Dankeschöns, die schon existieren fertig machen und verschicken.
  • Die Dankeschöns, die noch nicht existieren in die Umsetzung bringen bzw. Termine für die Umsetzung vereinbaren.
  • Das Geld von startnext bekommen und der Übersetzerin geben.
  • Mich freuen wie ein Schneekönig!

Ich freue mich – dass so viele mit mir Lust darauf haben – zu denken!
Gebhard

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Eingeordnet unter off record, Offensive Monkey Business

5 Days to go, Summer Lounge und changeX

Liebe Leserinnen und Leser,

die Operation Monkey Business geht ihrem Ende zu. Noch 5 Tage, in denen es noch knapp 1.500,00 EUR braucht.  Wer sich in diesen letzten 5 Tagen für ein Engagement im Gegenwert eines halben oder ganzen Tages mit mir entscheidet (hier nach unten scrollen und ihr findet es auf der rechten Seite), bekommt den Abend dazu geschenkt!

Was bringt das? Warum sollte ich das jetzt machen?

Es gibt dem Supporter die Möglichkeit, sein Engagement und noch mehr zurück zu bekommen. Gestern Abend war ich als Act auf der Summer Lounge bei AgentCS in Frankfurt. 19 sehr interessante und interessierte Menschen nahmen die Gelegenheit war, sich untereinander und mit mir über Themen rund um Affenmärchen auszutauschen. Konkret ging es um diese Fragen:

  • Was macht an der Arbeit Spaß?
  • Warum Affenmärchen?
  • Warum tut sich die Welt so schwer etwas in Richtung sinngekoppelter Arbeit zu verändern?

Im Büro von AgentCS, mit dem Lounge-Garten mitten in Frankfurt, ging es mit Erfrischungen und leckeren Wraps in den spannenden Abend. Nach ausgefüllten und sowohl menschlich wie inhaltlich ergiebigen 3 Stunden Event schauten Nora, Maik und Jens als Gastgeber wie auch ich als Act auf einen rundum gelungenen Abend zurück. Es war so gesellig, dass ich mich erst um kurz nach 24h auf den Weg nach Hause machte.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Franziska, die AgentCS und mich zusammengebracht hat!

Doch zurück zum Supporter der letzen Tage! Das Event von gestern Abend ist bei den Teilnehmern sicherlich ein Unkostenbeitrag von 50 EUR wert. Was Einnahmen von grob 1.000 EUR bedeutet. Nicht, dass davon nach Wraps, Getränken, Stuhlmiete und dem Engagement bei Startnext viel übrig bleibt. Doch gekostet hat das Engagement den Unterstützer/ die Unterstützerin am Ende auch nichts – und den halben Beratertag als Dankeschön hat man ja auch noch ;)!

Also greift bei diesem überaus attraktiven Angebot zu und engagiert euch in den letzten 5 Tagen mit 500 oder 1.000 EUR für die Operation Monkey Business!

Passend zum Ausklang der Crowdfunding Aktion ist heute mein aktuelles Essay über Gehälter bei changeX erschienen. Vielen Dank an Winfried Kretschmer für seine Empfehlung die Operation Monkey Business zu unterstützen!

LeserInnen dieses Blogs können den Artikel hier kostenfrei herunterladen!

Ich freue mich über jede/n der noch eine Idee hat, wie wir die letzen 30% in 5 Tagen zusammen bekommen.

Wir wollen denken!
Gebhard Borck

PS: Natürlich freue ich mich noch mehr über jede/n, die/ der direkt den Geldbeutel aufmacht ;).

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Eingeordnet unter off record, Offensive Monkey Business

Im Rahmen einer autokratischen Planwirtschaft gönnen wir uns privat ein wenig Demokratie

Liebe Leserinnen und Leser,

heute verlasse ich mein übliches Terrain der Betriebswirtschaft für ein gesellschaftliches Statement.

Immer wieder werden meine Ansätze und Gedanken politisch links einsortiert. Dazu gehört dann die sich wiederholende Enttäuschung, wenn TeilnehmerInnen von Veranstaltungen erkennen, dass ich die neosozialistische Neuordnung der Welt durch ein, endlich einmal richtiges zentrales Komitee, überhaupt nicht anstrebe. Viele Menschen scheinen überzeugt, dass man die Planwirtschaft nur besser machen müsste und dann würde sie funktionieren. Viele andere glauben dasselbe vom Kapitalismus. Ich glaube weder das eine noch das andere. Es ist an der Zeit die Mechanismen hinter den Ideologien zu analysieren und in unsere Zeit zu projizieren. Dann bieten sich auch die Gelegenheiten, weit mehr zu erreichen, als irgendeiner gescheiterten Gesellschaftstheorie aus den vergangenen Jahrhunderten zu ihrem Recht zu verhelfen.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs  haben wir keineswegs die Planwirtschaft überwunden, wie viele annehmen. Auch ist die USA kaum kapitalistischer als andere Länder oder sind die Skandinavier in ihrer Betriebswirtschaft menschlicher. Das Staatswesen und die allermeisten Großunternehmen/ Konzerne sind weltweit autokratische Planwirtschaften. Ähnlich wie im politischen System werden über den Plan die Wechselwirkungen soweit ausgeblendet, dass ein einzelner Mensch oder eine kleine Gruppe sich einreden kann, die Gesamtzusammenhänge zu verstehen. Das geht auch gut. Allerdings nur, solange die Entwicklungen in der Welt linear verlaufen. Sobald zufällige Ereignisse die Welt in ihren Grundmauern erschüttern, wir aus dem Plan der Irrtum. So geschehen im Jahr 2001 als das World Trade Center eingestürzt wurde. Im Jahr 2008 als Banken plötzlich doch konkurs gehen konnten. Im Jahr 2010, als ein isländischer Vulkan den Flugverkehr über Europa lahm legte. Und im Jahr 2013, als die Eurozone ihren Bankrott erklärte und zerfiel ;).

Mit diesem Blogpost möchte ich darauf aufmerksam machen, dass wir Planwirtschaft tagtäglich und allerorten leben. In Firmen, Vereinen und Einrichtungen sind für uns Verhaltensformen und Strukturen ganz normal, die wir in Gesellschaften für überholt und gescheitert erklären. Wir rühmen uns sogar, sie glorreich überwunden zu haben. Überlegen Sie kurz, wie viel Zeit Sie in einer irgendwie plangesteuerten (Arbeits-)Welt zubringt und wie oft dazwischen ein demokratisches Ereignis (Vereins-, Bürgermeisterschafts-, Kommunal-, Landes- oder Bundestagswahl) aufblitzt. Schnell wird deutlich: Wir gönnen uns ab und an ein buntes Häppchen Demokratie in den ansonsten trist grauen Mühlrädern der Planwirtschaft.

Es braucht kein Ruf nach einem neuen, gerechten und endlich richtig gelebten planwirtschaftlichen Sozialismus, das versuchen wir jeden Tag und scheitern ein ums andere Mal gerade so wie die ehemaligen Ostblockstaaten. Wir brauchen auch nicht die Sehnsucht nach einem funktionierenden Kapitalismus, ist er am Ende doch nur der in den Konzernfarben gekleidete Zwilling des untergegangenen linken Systems.
Es braucht den kritisch reflektierten eigenen Geist, der sich nicht mehr mit dem Bestehenden zufrieden gibt. Es braucht den Anspruch an uns, unsere Kinder und unsere Eltern, den eigenen Verstand zu gebrauchen. Es braucht die gesellschaftliche Forderung nach unangenehm eigenständig denkenden und Selbstverantwortung übernehmenden Bürgern. Es braucht ein vernünftiges Verständnis für die Wetten, die wir tagtäglich abschließen. Es braucht die Toleranz, dass es sich hierbei nicht um Privilegien handelt.

All das gibt es weder in der Planwirtschaft noch im (sozialen) Kapitalismus. Denn beide Systeme öffnen den Raum für eine heldenhafte Machtelite, die überzeugt ist, es für die anderen richtig zu machen. Dabei wird es ihr – wenn überhaupt – doch nur erneut gelingen, die eigenen Interessen zu wahren.

Der mögliche gesellschaftliche Wandel braucht die Freiheit für alle, die eigene Mitwirkung an was auch immer ablehnen zu können.

Wir wollen denken!
Gebhard Borck

PS: Affenmärchen sind Gedanken für Unternehmer, die einen aktiven Beitrag dazu zu leisten wollen, die schädlichen Dogmen des Sozialismus wie auch des Kapitalismus betriebswirtschaftlich zu überwinden.

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Eingeordnet unter off record

Affenmärchen live am 23. August in Frankfurt

Liebe Leserinnen und Leser,

die Operation Monkey Business geht in die Endphase. Über 3.200 EUR und 60% des Geldes sind bereits zusammen gekommen. Somit fehlen noch etwas mehr als 1.500 EUR. Das klinkt gar nicht so viel, ist allerdings eine echte Aufgabe für die letzten Tage. Deshalb freue ich mich heute auf eine Veranstaltung hinweisen zu können, deren Erlös vollständig der Operation Monkey Business gestiftet wird!

Am Donnerstag den 23. August sind alle Interessierten bei der AGENTCSGROUP in Frankfurt zur Diskussion mit mir über und rund um Affenmärchen eingeladen. Hier ein Auszug aus der Einladung:

Borck, streitbarer Autor des Buches“AFFENMÄRCHEN: Arbeit frei von Lack & Leder”, bereitet mit seinen Thesen nicht nur emotional aber fair geführten Diskussionen einen idealen Nährboden, er provoziert auch mit Sätzen wie “Die Lackaffen in den Führungsetagen von Unternehmen erzählen uns Ammenmärchen”.

Und siehe da, auch wir finden die eine oder andere Aussage im Buch, die wir so nicht unterschreiben würden und an anderer Stelle können wir seinen Thesen wiederum vollumfänglich beipflichten. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussionsrunde mit Ihnen.

Sie sind herzlich eingeladen, mit Gebhard Borck und uns zu diskutieren.

Die vollständige Einladung hier lesen.

Veranstaltungsdetails
23. August 2012 um 18.30 Uhr (Get together, Willkommenssnack und Getränke).
Start des Vortrags/der Diskussionsrunde: 19.00 Uhr
Ende der Veranstaltung: ca. 21:30 Uhr
Ort: Fichtestraße 12, 60316 Frankfurt bei der Agent CS GmbH

Wir empfehlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Taxi anzureisen.

Wir freuen uns auf Sie und bitten um Ihre Anmeldung unter
Tel.: 069 9450 7270
eMail: info@agent-cs.de

Achtung: Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.

Der Eintritt ist kostenfrei. Den Wert der Diskussionsrunde bestimmen Sie am Ende selbst. Der komplette Erlös wird der Operation Monkey Business (Infos unter monkey-business) gestiftet.

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Eingeordnet unter Affenmärchen auf Tour

Wie wichtig sind Werte?

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern hat Stefan Hagen in seinem pm-blog einen Artikel mit dem Titel „Enterprise 2.0 – Es geht um die Werte.“ veröffentlicht. Er stellt darin analog und digital, Enterprise 1.0 und 2.0, Digital Visitors und Natives gegenüber. Mit seinen Ausführungen trifft er einen Nerv, denn seit Gestern gibt es 14 lesenswerte Kommentare!

Ich stelle in den Kommentaren die Frage: Geht es wirklich um Werte oder doch eher um eine Kulturveränderung, auf die man die Werte neu anzuwenden hat?

Im Austausch zwischen Marcus Raitner und Conny Dethloff erweiterte sich das Thema auf die Fragestellung, ob mit Technologien (Enterprise 2.0) neue Werte erzwungen werden können? Ich bin da ganz bei Marcus und sage: Nein! Dennoch ist klar worauf Conny hinweist, dass Werte sich verändern (können) wenn neue Technologien ins Unternehmen kommen.

Mir ist aufgefallen: Es hat vermutlich weniger mit der Technologie als der damit verbundenen Chance für die Gruppe zur erneuten Sinnkopplung zu tun!

Werte und Sinn hängen auf individueller Ebene unauflösbar zusammen. Damit bestimmen unsere Werte bewusst und vor allem unbewusst, ob wir sinnkoppeln, auskoppeln oder entkoppeln. Ähnlich wie beim Sinn ist mir in der Diskussion zum Blogbeitrag von Stefan klar geworden, dass Werte von außen, also von Dritten, nur sehr schwer verändert werden können. Das hat schon was mit gehirnwäscheartiger Resozialisierung zu tun, will man jemandem von außen andere Werte aufzwängen!

Die Konsequenz für die Debatten rund um Werte ist dann, dass wir wohl gut daran täten, erst einmal die Werte der anderen:

  • wahrzunehmen,
  • zu respektieren,
  • zu akzeptieren,
  • zu konfrontieren und
  • zu tolerieren.

Anschaulich werden die damit verbundenen Herausforderungen für mich beim Wert Transparenz. Der 2.0 Welt wird unterstellt, dass dies einer ihrer höchsten Werte ist – ja wenn nicht sogar ein allgemeines Gut. Dabei steht absolute Transparenz im vollkommenen Wiederspruch beispielsweise zu Persönlichkeitsrechten und Privatsphäre. Wie wichtig Transparenz einem Menschen ist und wie er damit im Bezug auf sich umgeht, ist sehr individuell und persönlich. Transparenz in einer Organisation allgemein zu fordern, ist aus der menschlichen Perspektive heraus betrachtet grotesk. Hier zwei Argumente gegen Transparenz als sinnvollen, hohen Wert:

  • Den größte Teil unserer Entscheidungen fällen wir unbewusst und aufgrund unsicherer Daten; also vornehmlich intransparent (hierzu seien Feel it! von Andreas Zeuch und Der Schwarze Schwan von Nicholas Taleb als weiterführende Lektüren empfohlen).
  • Die Datentsunami trägt nicht etwa zu höherer Durchsichtigkeit sondern zum genauen Gegenteil bei. Je mehr man einer Sache nachgeht, umso mehr komplexe und undurchsichtige Aspekte gewinnt sie hinzu.

Bestimmte Ausprägungen von Transparenz können natürlich sinn- und wertvoll sein. Hier verweise ich auf die Kassentransparenz, die ich an verschiedenen Stellen von Affenmärchen fordere. Doch auch bei diesen kommt es auf den Betrachter an. Während Mitarbeiter auf der untersten Hierarchieebene kaum Probleme mit Kassentransparenz haben (inkl. ihrer Einkommen) und sie sogar befürworten, da sie endlich mehr von den wirtschaftlichen Zusammenhängen des Unternehmens verstehen würden, sieht das in den Managementebenen aus guten, für diese Menschen überaus sinnvollen Gründen ganz anders aus.

Mein Fazit an dieser Stelle ist vergleichbar zur Beziehung zwischen Sinn und Sinnkopplung: Jeder Mensch ist ein komplexes Universum seiner Werte, in das man nicht kaum kontrolliert von außen eingreifen kann. Ein/e Wertekapitel im UN-Leitbild, -debatte oder -diskussion ist daraus folgend betriebswirtschaftlich verschwendete und kulturell zumindest zweifelhaft verbrachte Zeit.  Sehr gut eignet sich so etwas natürlich für Ablenkungsmanöver von den Baustellen, an denen man real etwas leisten kann.

Anstatt also Werte übergreifend zu debattieren und zu versuchen, sich über Werte zu einigen, sollten wir unsere Achtsamkeit, Wahrnehmung und Toleranz darauf lenken:

  • an und mit welchen Werten wir unsere und andere ihre Handlungen ausrichten.
  • die von uns geäußerten Werte als Ausgangspunkt für eine kritische Selbsreflexion zu nutzen, indem wir uns hinterfragen, ob wir den Werten, die wir als für uns wertvoll benennen in unserem Tun auch gerecht werden.
  • anderen ihre Werte zu lassen und die daraus entstehenden Konsequenzen für die Beziehung zu prüfen und zu konfrontieren.

Werte sind für uns als Individuum prägend und in unserer Auseinandersetzung mit der Welt wie auch unseren Mitmenschen sinnstiftend. Sie bestimmen einen Gutteil unserer unbewussten Gewichtung von Argumenten in Entscheidungen und damit über Positionen wie „richtig und falsch“, „gut und schlecht“, „moralisch und unmoralisch“ etc. Dennoch bleiben sie bereits in einer einzelnen Person nahezu unfassbar komplex – wie unzählige Geschichten aufzeigen.  Auch können sie sich von einem auf den anderen Moment wandeln, ähnlich wie bei der Sinnkopplung.

Betriebswirtschaftlich kann mich deshalb der Wert an sich kaum interessieren. Spannender wird die Handlung, die ein Mensch im Widerspruch oder im Einklang zu einem offengelegten Wert vollzieht. Damit kann eine Organisation, ein Team, eine zwischenmenschliche Beziehung arbeiten.
Ansatt also gemeinsame Werte zu definieren (ich bin nach wie vor überzeugt, dass hier die Erdenker des Grundgesetzes und Menschenrechtsorganisationen bereits großartige Arbeit geleistet haben) sollten wir uns darin üben, unsere Werte zu äußern und prüfen, ob wir auch  danach leben (können).

Wir wollen denken!
Gebhard

Danke an Conny, Marcus, Stefan und all die anderen Kommentatoren des Blogbeitrags, der mich auf diese Gedanken gebracht hat!

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