Archiv der Kategorie: off record

Sinnvoll wirtschaften als freiberuflicher Wissensarbeiter

Liebe Leserinnen und Leser,

Vor zwei Jahren erlebte ich etwas Einschneidendes. In einer Unterhaltung mit einem potentiellen Kunden fragte mich dieser: „Bietest Du das auch als Leistung für andere Freiberufler an?“ Zuvor erläuterte ich die für mich wichtigsten Grundlagen für ein wirtschaftlich erfolgreiches Arbeiten als freiberuflicher Wissensarbeiter. Meine ungläubige Antwortfrage: „Nein – ich nahm an, das machen schon die meisten!?“

Heute, zwei Jahre und viele gezielte Gespräche später weiß ich – kaum eine/r macht es. Vielmehr noch baten mich fast alle meine Gesprächspartner, ihnen meine Ideen und Vorschläge aufzuschreiben. Herausgekommen ist die Idee für eine Serie von drei Ratgebern. Jeder behandelt in sich abgeschlossen eine zentrale Thematik für das Wirtschaften von freiberuflichen Wissensarbeitern. Ich nehme an, die Ideen können auch anderen Berufsgruppen weiterhelfen. Sicherlich gibt es dort aber auch spezielle Rahmenbedingungen, die ich nicht kenne.

Was ich mir vorgenommen habe ist, Ratgeber zu schreiben, die sowohl den Wissensarbeits-Anbietern wie deren Kunden gerecht werden. Es soll sinnvolles Wirtschaften zwischen diesen beiden Parteien ermöglichen und vereinfachen! Deshalb auch dieser Hinweis auf die erste Publikation aus der Reihe im Affenmärchen-Blog.

BookCoverImageDeinPreisDer erste Teil der Serie Dein Preis ist gerade in der Fertigstellung. Zum 01. Juli wird er veröffentlicht. Ich behandle dort die Frage:

Wie erstelle ich ein Angebot, das meinem Wert entspricht?

Auf 80 Seiten führe ich die Leser durch eine komplette Angebotserstellung für ein (komplexes) Vorhaben mit einem Kunden. Zuerst gehe ich auf die Überlegungen ein, die sich Wissensarbeiter über ihren Wert machen sollten. Darauf folgt ein Interview-Leitfaden zur Auftragsklärung. Aus diesem entsteht das Angebot. Ein erfolgreich verkauftes Angebot ist im Buch enthalten. Mit der Bezahlung und ihren Risiken runde ich den Ratgeber ab. Als Schmankerl stelle ich die Möglichkeit zu wetten vor. Ein spannender Ausflug in ganz neue Einkommenssphären ;).

 

Natürlich gibt es andere Bücher zum selben Thema. Was also unterscheidet mein Ratgeber von diesen? die folgende Tabelle soll das verdeutlichen:

Das fehlt im Buch  Das findest Du im Buch 
Eine Tschacka-Du-Schaffst-Es-Ansage für Millionenverträge. Ein Leitfaden, wie Du Deinen eigenen Wert besser verstehen und anbieten kannst.
Der 5-Sekunden-Vertragsabschluss-Kniff Verschiedene sogenannte Meister Kniffe die mit Übung Deine Angebote verbessern helfen.
Die psychologische Super-Falle für Deine Kunden, mit der sie jeden Vertrag unterschreiben. Schritt für Schritt der Weg zu einer gemeinsamen verständlichen Auftragsklärung. Mit den seriös möglichen Werten, die im gemeinsamen Vorhaben stecken.
Deine Höchstpreisgarantie. Ein besseres Verständnis für Deinen Wert – allgemein und in Deinen Engagements. Mit diesem Verständnis kannst Du Verträge erkennen und auswählen, die gut für Dich sind.
Eine Vorlage für den perfekten Dienstleistungsvertrag für Wissensarbeiter. Vorlagen für beiderseitig (Kunde und Anbieter) faire und transparente Verträge

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Neben diesen Vergleichen hebt sich das Buch dadurch ab, dass es für Einkäufer und Anbieter von Wissenleistungen gleichermaßen lesenswert ist. Denn das Vorgehen übervorteilt keine der beiden Parteien. Mehr noch beschreibt es eine Alternative für die Leistungsbestimmung in komplexen Projekten jenseits der gängigen quantitativen Stunden- oder Tagesleistungslogiken. Diese werden der heutigen Zeit immer seltener gerecht.

Derzeit arbeite ich am zweiten Teil: Dein EinkommenDarin zeige ich, wie freiberufliche Wissensarbeiter ihre Wirtschaftsmetrik verstehen lernen. Mit diesem Verständnis gebe ich eine praktische Anleitung, wie aus der Wirtschaftsmetrik Einkommen und daraus systematisch Wohlstand entsteht. Das Interesse für Dein Preis ist ausschlaggebend, ob dieser zweite Teil kommt ;)!

Wir wollen denken – und zusammen wirtschaftlich erfolgreich arbeiten!

Gebhard

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Das kollektive Grauen oder: Teams gehören beerdigt!

In den letzen Tagen bin ich gleich auf drei verschiedene wertvolle Links zu Artikeln hingewiesen worden, die etwas mit Teamwork zu tun haben. Meine Hinweisgeber Erich Feldmeier, Jan Fischbach und Immo Sennewald kennen Affenmärchen und damit natürlich auch meine Thesen hinsichtlich erfolgreicher Zusammenarbeit und der Intelligenz von Gruppen. Mit den Artikeln ist mir wieder aufgefallen wie wichtig es ist, sich keinen Wunschvorstellungen hinzugeben und zugleich zu erkennen, wie viel ungenutztes Potential noch in der Intelligenz von Gruppen liegt.

Diesen Streifzug durch die Thematik möchte ich mit „Die Macht der Meute“ beginnen. Es ist ein Beitrag über Gruppen- und damit auch Teamkultur. Immo Sennewald weißt auf den Umstand hin, wie einfach man sich in einer Gruppe auch verstecken kann. Wie viel Sicherheit einem eine Gruppe gibt, gerade wenn Eigenständigkeit gefordert ist. Und wie dieser Gruppenzusammenhalt, diese Sippschaft uns davon abhält, demokratisch – auf Grundalge von selbständigem Denken – zu handeln.
Für die grundlegende Auseinandersetzung mit dem Thema verweist er auf  das Buch „Masse und Macht“ von Elias Canetti.

Ich nehme aus dem Beitrag von Immo mit: In Teams und Gruppen gilt es aufmerksam und kritisch zu sein, wenn man die eigene Ideologie gebraucht, um andere Meinungen und anderes Denken kategorisch abzulehnen.

In Affenmärchen findet sich dieser Appell zur Aufmerksamkeit wenn es darum geht, ob eine klare Identität wirklich hilfreich und sinnvoll für die Betriebswirtschaft ist – mehr lesen … .
Teams sind auch ein Raum, in dem man sich sozial und vor der eigenen Verantwortung verstecken kann. Jeder von uns ist schon einmal und wird auch wieder mitlaufen. Dennoch verlangt eine menschliche Betriebswirtschaft von uns, dass wir uns selbst hinterfragen, ob wir augenblicklich nur deshalb keinen Widerstand leistet, weil wir sonst auf das wohlige Gefühl verzichten müssten, in der Masse geborgen zu sein.

Wechseln wir nun von den Gefilden der Kultur, Toleranz und Demokratie zu einer Studie und einem Blogbeitrag über diese Studie, auf die mich Erich Feldmeier aufmerksam gemacht hat. Der Artikel ist überschrieben mit „Beratungsresistenz – Warum Teams falsche Entscheidungen treffen“. In der Studie kommen die Autorinnen Julia Minson und Jennifer Mueller zum Fazit:

Im Alltag treffen wir viele Entscheidungen lieber erst, nachdem wir uns mit anderen beraten haben. Dahinter steckt die Annahme, dass Gruppenentscheidungen besser sind als individuelle. Der Grund: Einem Beschluss, den wir in der Gruppe fassen, vertrauen wir stärker – doch diese Selbstsicherheit hat bisweilen einen hohen Preis. Denn sie hält uns davon ab, auf den Rat von anderen zu hören.

Die Autorinnen der Studie sehen ihre Ergebnisse nicht als Argument gegen Teamwork. Es sollte nur die Klarheit darüber gefördert werden, dass arbeiten in einer Gruppe auch Nachteile mit sich bringt. Der Nachteil, auf den sie in ihrer Studie hinweisen ist die Entscheidungskompetenz von Gruppen. Sie wird deutlich in Frage gestellt. So sind Gruppenentscheide im Vergleich zu Einzelentscheiden zwar im Durchschnitt besser. Sobald allerdings der Einzelentscheider andere Ratgeber konsultiert bevor er entscheidet, wird seine Entscheidungsqualität gegenüber der der Gruppe besser, da sich die Gruppe gegen Ratschläge von Teamfremden wehrt.
Dies scheint oberflächlich im Widerspruch zu  meinen Aussagen in Affenmärchen „Masse mit Klasse“ oder „In Masse intelligent Sinn finden anstatt gesund zu verdummen“ zu stehen. Bei genauerem Hinschauen stellt sich heraus:

  • Bedingungen für intelligente Massenentscheide sind Gruppenunabhängigkeit und Gruppengröße!
    Soziale Abhängigkeiten innerhalb der Gruppe verschlechtern erkennbar die Qualität von Gruppenentscheiden und zu kleine Gruppen (wie etwa Teams von ≤ 20 Personen) haben tendenziell zu wenig Unterschiede in ihren Meinungen, ihrem Wissen und ihrer Weltanschauung (siehe oben) – mehr lesen …
  • Es besteht immer die Gefahr des Gemein(Wahn)sinns, der einen davon abhält die Wirklichkeit und ihre Widrigkeiten zu erkennen und/ oder zu akzeptieren (siehe ebenfalls oben).
    Sobald sich ein Team einig ist und seine Mitglieder an einen gemeinsamen Sinn ankoppeln wird die Meinung dieser Gruppe mächtiger und ihre Entscheidungen sind gefestigter, als dies bei einem einzelnen Menschen jemals sein könnte. Dies geschieht sowohl positiv wie auch negativ – mehr lesen …

Die Studie zeigt für mich einen ganz praktischen Weg, um mit diesen „blinden Flecken“ von Teams umzugehen: Externe Beratung! Hier zeigt sich einer der tatsächlichen Mehrwerte von Beratern: Deren eigene und hoffentlich selbständig gewonnene Erfahrungen, Erkenntnisse und Meinungen. Dabei ist genau auf den Berater zu achten. Denn, wie die Studie zeigt, Nach-dem-Mund-Redner – wie es leider immer noch zu viele Berater sind – helfen an dieser Stelle nicht weiter. Man sollte sich einen streitbaren Geist suchen, der kein Problem damit hat zu sagen: Hört sich erst einmal plausibel an, verstehe ich allerdings noch nicht.

Dieser operative Ratschlag führt mich zum dritten Link: „Ist Teamwork noch sinnvoll?“
Der hier zu findende Beitrag beginnt mit der Provokation: „Personen erzeugen in Einzelarbeit bessere Ideen und Ergebnisse und sie tun es sogar schneller als Teams“ und erläutert dann am praktischen Beispiel des Brain Storming, wie Teamarbeit individuelle Leistungsfähigkeit und die Leistung der Gruppe reduziert wenn nicht sogar blockiert. Am Ende des Artikels findet sich eine Liste von Punkten, die für eine erfolgreiche Kombination aus Einzelleistung und Teamarbeit umgesetzt sein sollte:

  1. Getrennte Arbeitsplätze – keine Großraumbüros
  2. Results-Only Atmosphäre: die Anforderungen des Endergebnisses sollten klar definiert und vereinbart werden. Aber, die Art und Weise, wie das erzielte Ergebnis erreicht wird, muss so viel wie möglich dem Einzelnen überlassen werden.
  3. Gemeinsame Räume für einen informellen Austausch
  4. Meetings nur dann, wenn Entscheidungen erforderlich sind
  5. Keine Meetings oder Workshops ohne Vorbereitung (durch jeden Teilnehmer)
  6. Der Aufbau einer „Fehlerkultur“, wo „den Mut, Fehler zu machen“ als höchstes Gut gesehen wird. Alle Fehler sind erlaubt, einmal.
  7. Eine „keine Unterbrechung“ Kultur, wo das Ignorieren eines klingelnden Telefons erlaubt ist.


In allen Beiträgen wird deutlich: Das aktuell dominante sachzentrierte Denken der Betriebswirtschaft kann aus Teams nur schwerlich die in ihnen liegenden Potentiale als wirkliche Leistung schöpfen. So kommen wir kaum über die effiziente Koordination von Kollektiven hinaus.

Teamwork, das auf menschzentriertem Denken fußt, steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Vergleicht man es mit einem Lernmodell für individuelle Entwicklung, sind hier die meisten von uns in der 1. Phase der unbewussten Inkompetenz unterwegs. Allerdings treten zunehmend Menschen in die 2. Phase der bewussten Inkompetenz ein. Einige arbeiten bereits seit geraumer Zeit an dieser Inkompetenz und finden sich in der 3. Phase der bewussten Kompetenz wieder. Sie müssen ihre Kompetenz nur weiterhin überall dort wiederholen, wo sie können und kommen automatisch in die 4. Phase der unbewussten Kompetenz. Zum besseren Verständnis hier eine Graphik, in der ich die Phasen anhand des Autofahren-Lernens verdeutliche:

Persönliche Entwicklungsphasen

Ich würde mich freuen wenn sich mehr Menschen auf den Weg machen und unsere Kinder menschzentrierte Teamarbeit in einer Normalität erlernen, wie heutige Jugendliche das Autofahren!

Beste Grüße
Gebhard Borck

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Affenmärchen 2013 in Zahlen

Liebe Leserinnen und Leser,

obwohl 2013 durch viel Arbeit außerhalb und wenig Zeit für den Blog geprägt war, habt ihr Affenmärchen dennoch regelmäßig besucht. Vielen Dank!

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 12.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 4 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Affenmärchen auf Englisch – jetzt Lektor werden …

madiko-praktischnachhaltig_startnext_buch_affenmaerchenHallo liebe Leserinnen und Leser,

es ist schon eine Weile her, dass uns die Operation Monkey Business gelang und Affenmärchen zur Übersetzerin ging.

Jetzt ist die Übersetzung fertig und es braucht den letzten Schliff. Also lese ich mein Buch zur Zeit auf englisch, freue mich wie ein kleines Kind und ergänze/ ändere hie und da Kleinigkeiten.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es unter den Leserinnen und Lesern dieses Blogs ja auch UnterstützerInnen gab, die sich für die englische Ausgabe interessierten. So habe ich mir folgenden Weihnachtsdeal ausgedacht:

  • Du erklärst Dich bereit, ein Kapitel oder das gesamte Buch auf english zu lesen, zu korrigieren bzw. mit Anmerkungen zu versehen und zwar bis zum 24. Dezember 2013!!
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  • Ich schenke Dir dafür genau dieses Kapitel/ das gesamte Buch in der aktuellen Version.

Du brauchst dafür ein PDF-Programm, mit dem Du Kommentare in das Dokument einfügen kannst. Wenn Du Lust, Zeit und ausreichend Englischkenntnisse hast, traue es Dir einfach zu! Ich freue mich auf BewerberInnen!

Wer mitmachen will schreibt mir einfach eine Mail mit den Kapiteln von Interesse und erhält von mir innerhalb weniger Tage die Dateien zum lesen und lektorieren.

Wir wollen denken!
Gebhard

PS: Natürlich garantiere ich niemandem, seine Anmerkungen/ Änderungen einfließen zu lassen. Dieses Recht behält sich der Autor vor ;)!

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Eingeordnet unter Offensive Monkey Business

LifeWorkCamp 2013 #lwc13

Liebe Leserinnen und Leser,

am Freitag habe ich am LifeWorkCamp 2013 in Stuttgart teilgenommen. Alles bezog sich auf die Zukunft von Arbeit und Leben. Vorneweg: „Es hat Spaß gemacht, war produktiv und wertvoll!“

Format: Bar Camp

Wer es noch nicht gemacht hat, dem sei wärmstens ans Herz gelegt es bei nächster Gelegenheit zu tun (bspw. hier). Ein Bar Camp ist ein Großgruppen-Setting für Konferenzen. Die genauen Inhalte stehen dabei nicht im Vorfeld fest, vielmehr wird die Agenda auf der Konferenz selbst gemacht. Jede/r TeilnehmerIn kann eine sogenannte Session anbieten. Besteht von den Teilnehmern ein Interesse, dass diese Session stattfindet (Handzeichen), wird sie in die Agenda der Konferenz eingeplant.

Wie in Konferenzen üblich finden mehrere Sessions gleichzeitig in verschiedenen Räumen statt. So  bekommt man zwar nicht alles mit, hat allerdings auch fast kein Risiko, sich zu langweilen!

Unsere Agenda vom Freitag seht ihr hier links neben dem Text. Anhand dieser schreibt sich jede/r TeilnehmerIn seine persönliche Konferenzagenda ab und schon geht es los.

Teilhaben:

Die Sessions sind relativ kurz (45 Min.) und angehalten, interaktiv durchgeführt zu werden. Auf diese Weise steht die Kommunikation zwischen den Teilnehmern im Mittelpunkt der Konferenz. Ein klares Plus gegenüber Frontal-Konferenzen, bei denen man kaum die Gelegenheit hat mit den Referenten in Kontakt zu kommen etc. Mir gefiel auch die Kürze der Sessions, da die Themen dann zwar gesetzt aber noch nicht ergründet sind – erneut kaum ein Risiko, sich zu langweilen!

Am LifeWorkCamp konnte man zudem via einer Social Wall teilhaben. Hier wurden in Echtzeit tweets, google+- sowie facebook-Beiträge mit dem Hashtag #lwcs13 im www zugänglich gemacht. Auch die gesamte Dokumentation der Konferenz (Bilder, Links, Downloads etc.) sind hier festgehalten.

Durch das Format werden die Teilnehmer zu Teilgebern, die Sessions und Inhalte persönlich und lebensnah. Nähkästchen öffnen sich und anstatt an Werbeveranstaltungen teilzunehmen, erfährt man tatsächlich persönliches und Neues!

LWC Stuttgart:

Mir hat besonders gefallen, dass die Gruppen klein waren. So kam es auch in den 45 Minuten zu einem guten und echten Austausch. Dafür bin ich auf jeden Fall bereit, auch einen entsprechenden Teilnehmerbeitrag zu bezahlen!

Inhaltlich war für jeden etwas dabei. Mir hat besonders gefallen, dass es so viele praktische Tipps für und aus dem Arbeiten gegeben hat. So ist das LifeWorkCamp nicht der Frage nachgegangen, wie balanciere ich meine anstrengende Arbeit durch eine super Freizeitgestaltung aus. Vielmehr konzentrierten wir uns darauf, wie sich Arbeit und Leben gut integrieren lässt.
Für mich ist das genau die richtige Stoßrichtung, denn wie Debora richtig festgestellt hat: „Live Work Balance ist für mich Bullshit. Du hast nur ein Leben und da muss eben beides seinen Platz darin finden.“ – Lest den Satz mit einem charmant kanadischen Akzent und fühlt mit mir seine innere Wahrheit ;)!

Ich wünsche dem LifeWorkCamp in Stuttgart eine erfolgreiche Fortsetzung in 2014 und mir die Gelegenheit wieder dabei zu sein!

Wir haben gedacht, gelacht und was gelernt – was will Borck mehr!
Gebhard

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Charisma und Diktatur – wie sich Steve Jobs und Mahatma Gandhi grundsätzlich unterscheiden

Charisma_DiktaturLiebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen entstand in Begegnungen und Überlegungen, die ich hatte, eine spannende Abgrenzung zwischen Sinn stiften und sinnkoppeln. Sie war seither in einigen Gesprächen bereits sehr wertvoll  und deshalb will ich sie auch hier im Blog ergänzen:

Unterscheidung der Ausgangssituation:

Sinn stiften ist ein aktives Vorgehen von mir gegenüber anderen. Es ist eine dominante Handlulngsweise.

Grundannahmen:

  • Der andere hat Platz für meinen Sinn
  • Der andere braucht meinen Sinn für sein Sinnstreben/ seine Sinnsuche
  • Der andere akzeptiert meinen Sinn und gibt einen eigenen, individuellen Sinn damit auf

Handlungsaussage: „Ich stifte Dir Sinn.“

Oft leiten Menschen ihr Wollen: anderen Sinn zu stiften, von ihrem Recht ab, sich selbst/ die eigene Vision/ den eigenen Sinn zu erfüllen.
Insoweit sie das alleine oder zumindest nur mit Dingen hinbekommen, ist das legitim. Sobald sie allerdings andere Menschen benötigen, um ihren eigenen Sinn, ihre eigene Vision zu erfüllen, stellt sich die Frage nach den Grenzen/ Alternativen innerhalb deren der Zweck (eigene Sinnerfüllung) die Mittel (anderen Sinn stiften) legitimiert.

Sinnkoppeln ist ein aktives Vorgehen von anderen, mir gegenüber. Es ist eine tolerante Handlungsweise.

Grundannahmen:

  • Der andere hat einen eigenen Sinn
  • Der andere hat ein eigenes Sinnstreben/ eine eigene Sinnsuche
  • Der andere hat einen eigenen Willen/ ein Recht auf einen anderen Willen

Handlungsaussage: „Ich lade Dich ein, anzukoppeln.“

Das Recht anzukoppeln leitet sich aus der Idee ab, dass alle Menschen einen intrinsischen (ihnen innewohnenden) freien Willen haben.
Sobald ich meine eigene Sinnerfüllung nicht mehr alleine hinbekomme, lade ich andere ein, an meine Sinnsuche anzukoppeln. Die Entscheidung darüber belasse ich immer in der Verantwortung der anderen Menschen.

Als Beispiel

dient uns ein charismatischer Führer. Dies sei ein Mensch, der seine Vision und seine Erfüllung klar vor Augen hat und (einigermaßen) massentauglich kommunizieren kann. Ich sehen ihn, höre ihm zu und bin begeistert. Ich fühle und teile seinen Enthusiasmus und er überzeugt mich von der Richtigkeit seiner Ziele.

So gewinnt er mich, mit ihm für seine Sache einzutreten. Jetzt laufen wir gemeinsam und strengen uns zusammen für seine Vision an. Wir sind überzeugt: Wir teilen dieselbe Vision.
Nach einiger Zeit kommen Zweifel in mir auf. Vielleicht weil mein charismatischer Führer Dinge tut, die ich nicht gut finde; vielleicht, weil ich ihn näher kennenlerne und hinter die Euphorie schauen kann; vielleicht, weil mir Menschen begegnet sind, die meine Vision in eine andere Richtung lenken.

Mit diesen meinen Zweifeln konfrontiere ich den charismatischen Führer.

Ganz schwarz und weiß gibt es dann zwei Reaktionsrichtungen – die Ausprägung wird in der Wirklichkeit unterschiedlich stark sein.

  • Im System des Sinn Stiftens läuft jetzt etwas aus dem Ruder, zwischen dem charismatischen Führer und mir. Seine Sicht der Dinge ist: „Solange sich seine Vision und seine Ziele nicht ändern, kann es nicht sein, dass ich deren Sinnhaftigkeit und deren Erfüllungspotential (auch für mich) verliere.“
    Ein charismatischer Führer, der an Sinn stiften glaubt, wird im besten Fall dennoch seine Vision überprüfen – allzu häufig wird er nicht einmal das tun. Ist diese weiterhin für ihn stimmig und authentisch, liegt der Fehler bei mir. In der Kombination aus Sinn stiften und kohärente Vision legitimiert sich der charismatische Führer, mich zu maßregeln. Er übernimmt – so konstruiert – die Verantwortung für meine Sinnerfüllung. Er wird versuchen mich von der Richtigkeit seiner Vision zu überzeugen oder mich sogar zwingen, ihm weiter zu folgen, „bis ich es verstanden habe.“
  • Im System der Sinnkopplung läuft alles ganz normal. Der charismatische Führer geht weiterhin seinen Weg. Die Entscheidung(sverantwortung) ob ich ihm weiterhin folgen möchte, belässt er bei mir. Im besten Fall überprüft auch hier der charismatische Führer seine Vision und sein Handeln danach. Jetzt allerdings darauf, ob sie die Beziehungen stärkt, die er benötigt. Jetzt kann es einen Fehler bei ihm geben, oder auch nicht. Diesen kann er nun mit oder ohne mich versuchen zu korrigieren.
    Es kann auch schlicht sein, dass sich unsere Wege trennen. Ich habe eben entkoppelt. Das Leben geht für uns beide ohne Groll, Fremdverantwortung etc. weiter. Er wird nicht versuchen mich zu überzeugen und es gibt für ihn keine Notwendigkeit, „dass ich es verstanden habe.“

Was hier so abstrakt dahergestelzt kommt, hat eine arbeitsalltägliche Konsequenz.

Sinnkopplung_PuzzleDie allermeisten von uns arbeiten in einem abhängigen Arbeitsverhältnis. Die Abhängigkeit drückt sich dadurch aus,

  • dass die Firma (und damit in direkter Folge dessen Chef/s) zu einem Gutteil über unser materielles (Wohl-)befinden entscheidet. Hinter jedem Arbeitstadel steckt in Konsequenz die Drohung, diese (materielle) Stabilität unserer Existenz anzugreifen/ aufzuheben (Abhängigkeit 1. Ordnung).
  • dass die Tätigkeit, die wir ausüben über Unternehmen hinweg austauschbar ist. Eine Sekretärin ist eine Sekretärin, ein Technischer Zeichner ist ein Technischer Zeichner, ein Klempner ein Klempner, ein Betriebswirt ein Betriebswirt usw. Damit besteht für die Firma (den Chef) kein existenzielles Risiko, will er uns rausschmeissen (Abhängigkeit 2. Ordnung).
  • dass mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit der Grad unserer Spezialisierung tendenziell zunimmt. Wir werden sogenannte Experten. Als solche können wir allerdings nur noch genau diese Tätigkeit in dieser Firma mit diesen Prozessen und dieser Vernetzung zu anderen Spezialisten ausüben. Sind diese Spezialisten nicht mehr gefragt oder müssten wir als einer von Ihnen aufgrund einer Kündigung in eine andere Branche wechseln, bekommen wir enorme Schwierigkeiten noch einen Job zu finden, der unserer Qualifikation entspricht (Abhängigkeit 3. Ordnung).

In diesem System der Abhängigkeit bekommt nun die Führung allerorten die Aufgabe zur Sinnstiftung ins Aufgabenheft und nicht selten in die Zielvereinbarung geschrieben. Da es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Führer in der Welt gibt, der mehr als seinen eigenen Sinn im Sinn hat – Sinn ist eine individuelle, intrinsische, kognitiv-intuitive Wahrnehmung – ist das die Legitimation zur Diktatur. Denn wem soll er denn Sinn stiften, wenn nicht einem anderen Menschen, der ebenfalls schon eine eigene Sinnsehnsucht in sich trägt.

Über die Systematik der Sinnkopplung erkennt Führung an, dass jeder Mensch für seinen Sinn selbst verantwortlich ist. Sinn Stiften ist in dieser Systematik in der schwächsten Ausprägung eine Rechthaberei, in der stärksten eine fundamentalistische Diktatur.

Wir wollen denken!
Gebhard Borck

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Eingeordnet unter Mentale Modelle, off record, Sinnkopplung - unternehmerisch mit Sinn umgehen, Sinnkopplung ist kein Friede Freude Eierkuchen

WissensDrehScheibe – die Praxisanleitung für Moderatoren

Liebe Leserinnen und Leser,

immer wieder sprechen mich Leser auf die Praxisbeispiele aus Affenmärchen an und stellen fest, dass sie darin ihren Firmenalltag wieder erkennen. Ja, bis auf zwei Beispiele, sind mir alle so oder so ähnlich passiert bzw. von Menschen aus ihrem Arbeiten erzählt worden.

Hat das Gespräch einmal diese Richtung eingeschlagen, kommt sehr bald die Erkenntnis: Affenmärchen ist die Philosophie. und anschließend die Frage: Doch wie kommt man im richtigen Leben zu sinngekoppelter Arbeit? Auf diese Frage gibt es keine allgemein stimmige Antwort. Dennoch treibt es mich um, den Menschen zu zeigen, wie es gehen kann, seit ich Affenmärchen veröffentlicht habe.

Wie die Leser des Blogs feststellen konnten, habe ich in den letzten Wochen/ Monaten kaum noch Blogbeiträge veröffentlicht. Auch das fällt schlussendlich auf die Antworten zur Frage nach dem Wie zurück. Ich habe nach Affenmärchen mit einer Stoffsammlung all der Inhalte begonnen, die aus meinem Arbeiten für die Umsetzung von mehr Sinnkopplung entstanden sind und entstehen.

Inzwischen sind einige Themen sortiert und ich arbeite sie im Moment auf, um sie veröffentlichen zu können. Das erste Ergebnis ist die Praxisanleitung zur WissensDrehScheibe. Ungefähr zur selben Zeit, in der auch der Begriff Sinnkopplung erfunden wurde, entstand die Großgruppenmethode. Sie war die Antwort auf unsere Sehnsucht nach einer vernünftigen, die Menschen einbeziehenden Form der Entscheidungsvorbereitung, des Wissensaustausches und der koordinierten Aufgabenabstimmung in Gruppen von 12 bis mehreren hundert Personen.

Von all meinen Publikationen, die frei im Netz zum Download bereit stehen, ist das Fallbeispiel zur WissensDrehScheibe und die Kurzzusammenfassung der Methode einer der beliebtesten Downloads (mehrere 1.000 Downloads). So war es ein Leichtes, sich für die Publikation der Praxisanleitung für Moderatoren als erste Broschüre im Rahmen der Umsetzung von Sinnkopplung zu entscheiden.

Zum Publikationsstart gibt es ein Schmankerl:

  • Die ersten 100 Käufer eine Ausgabe (eBook oder gedrucktes Werk), die mir die Kaufquittung per Mail senden, bekommen die Verteilungskalkulation (Kaufpreis 49,90 EUR) geschenkt.
  • Wer eine Rezension über die Anleitung auf Amazon schreibt und mir den Link darauf per Mail zusendet, dem schenke ich die MS-Office-Vorlagen für die Fahrpläne der Teilnehmer und die Dokumentation einer WissensDrehScheibe (Ansonsten nur im Bundle mit der Verteilungskalkulation erhältlich).
  • Wer beides macht, erhält das Bundle ;)!
  • Wer mir zusichert, eine Rezension auf seinem Blog zu schreiben, mit Link auf das Buch bei Amazon, bekommt ein Rezensionsexemplar und das Bundle geschenkt.

Ich freue mich über Euer Interesse daran, mehr Menschen ihre Sinnkopplung in der Arbeit zu ermöglichen und bedanke mich für Eure Unterstützung!

Wir wollen denken.
Gebhard Borck

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Life auf dem LifeWorkCamp 2013 in Stuttgart

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich, heute auf eine Veranstaltung hinzuweisen. Am 25. und 26. Oktober findet das diesjährige LiveWorkCamp im Stuttgarter Literaturhaus statt und am Freitag bin ich auch dabei!

Die Veranstalter schreiben:

die Trennung von selbstbestimmtem Leben und Erwerbstätigkeit wird unschärfer. Einerseits wachsen die Ansprüche an Effizienz und Arbeitsumfeld. Andererseits fällt es uns im digitalen Zeitalter immer schwerer, „Feierabend“ zu machen. Das heißt, jede/r kann und muss seine eigene Grenze finden. Im Dialog von Führungskräften, Unternehmern, Arbeitnehmern und Dienstleistern entstehen Lösungen und fördern so das Gemeinwohl.

Das LifeWorkCamp ist eine dynamische, sich selbst organisierende Konferenz für innovative Lebensformen und Arbeitsmodelle der Zukunft. Es findet statt am 25. und 26. Oktober 2013 in Stuttgart. Vordenker, Querdenker und Nachdenker aus Industrie, Handel, Sozial-Unternehmen, IT & Medien, Kultur & Kreativ-Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren Fragen und Antworten rund um soziale, ökonomische und ökologische Aspekte zukunftsweisender Initiativen, Methoden und Projekte.

Ziel der Veranstaltung ist es, gemeinsam aus der Praxis für die Praxis Lösungen zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu entwickeln.

Ich freue mich, wenn es am 25. Oktober zu einem persönlichen Treffen kommt! Hier geht’s zur Anmeldung …

Wir wollen denken.
Gebhard Borck

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Ist die Katze aus dem Haus …

Liebe Leserinnen und Leser,

Bernd Geropp ist ein aktiver Leser und Unterstützer von Affenmärchen, meinem Blog und meiner Arbeit. Ich habe mich sehr gefreut, als er mir ein Rezensionsexemplar seines aktuellen Buchs angeboten hat. Inzwischen ist Ist die Katze aus dem Haus … im Buchhandel angekommen und ich habe es gelesen.

Bernds Anspruch ist aus der Praxis für die Praxis zu schreiben und das ist ihm auch ausgezeichnet gelungen! Sein Buch liest sich flüssig. Schnell versteht der Leser die Struktur und ich kann es mir auch sehr gut als Nachschlagewerk vorstellen.

Jedes Kapitel widmet sich einem Aspekt der Führung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Mit vielen Beispielen aus der Praxis und Ingenieuers-Metaphern schafft der Autor Bilder, die es dem Leser einfach machen, sich die Funktionsweise der einzelnen Führungsaspekte vorzustellen. Immer wieder streut Bernd praktische Tipps ein, die durch Erfahrungen aus seinem eigenen Leben als Chef erprobt sind. Abgeschlossen wird jedes Kapitel mit sofort umsetzbaren Empfehlungen, wie sich eine zeitgemäße Führungskraft verhalten soll.

Besonders gefallen hat mir:
Bernd fordert vom Unternehmer, dass er sich mit seinem Unternehmen verändert. Das Buch bleibt konsequent beim Chef und verhaspelt sich nicht zwischen der Mitarbeiterperspektive und der Geschäftsführungsperspektive. Bernd will dabei keine leichte Kost sein. Er fordert vom Unternehmer zum Beispiel die Kontrolle loszulassen, ordentlich und vollständig zu delegieren und die Mitarbeiter auch die notwendigen Fehler machen zu lassen. Für ihn darf der Unternehmer keine große operative Rolle mehr im Unternehmen spielen. Stattdessen sollte er sich darauf konzentrieren, dass Unternehmen aus der Hubschrauberperspektive auf Erfolgskurs zu halten.

Mein Wermutstropfen:
Bernd bleibt im System des Gesunden Wirtschaftens. Liest man die Liste der Bücher, die Bernd bei seinem Werk geholfen haben, kann man hier mehr erwarten von Ist die Katze aus dem Haus …

Dennoch empfehle ich das Buch gerne und überzeugt als Lektüre an alle Chefs oder Führungskräfte von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Allein schon zu verstehen, dass ein Unternehmer nicht nur am Unternehmen arbeiten/ von den Mitarbeiter verlangen kann, sich weiterzuentwickeln; zu verstehen, dass man als Chef selbst sich zu ändern hat, wenn man möchte, dass das Unternehmen besser funktioniert, macht Bernds Buch lesenswert!

Wir wollen denken
Gebhard Borck

PS: Wegen des neuen Buchs und seiner Podcast-Serie haben sich Bernd und ich vor kurzem persönlich getroffen. Dabei ist auch dieses Podcast (ca. 20 Min.) und dieses Video (ca. 50 Min.) zu Affenmärchen und seinen Inhalten entstanden.

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Ist Wikipedia eine freie Enzyklopädie oder eine Wissensdiktatur

Wikipedia die freie Enzyklopädie

Liebe Leserinnen und Leser,

ich weiß nicht wie es Ihnen geht, doch ich möchte Wikipedia nicht mehr missen. Ich benutze es regelmäßig für Recherchen oder einfach um kurz etwas nachzuschlagen und so die wichtigsten Informationen zu Themen, Begriffen, Ländern oder was auch immer schnell zu finden.

Am Wochenende ist etwas passiert, dass mich an diesem durchweg positiven Bild von Wikipedia zweifeln lässt. Doch fangen wir von vorne an:

Franziska Köppe, Eine Leserin meines Buchs und eine aktive Unterstützerin der Ideen daraus – vor allem der Idee der Sinnkopplung – hat sich entschlossen, den Begriff Sinnkopplung in Wikipedia aufzunehmen. Das hat dann wohl am späten Freitagabend auch geklappt. Kaum war der Beitrag auf der freien Enzyklopädie online, wurde eine Löschdiskussion dazu begonnen.

So weit, so gut. Ich verstehe, dass Wikipedia nicht jeden Wortschrott aufnehmen möchte. Dennoch dachte auch ich im ersten Moment, als mir Franziska voll Stolz den Link zugeschickt hat. Bei dieser Diskussion geht es um eine konstruktive Auseinandersetzung zum Inhalt. So war beispielsweise aus der ersten Kritik herauszulesen, dass einige Absätze zu „sehr“ an Werbung erinnerten.

Diese Absätze wurden von Franziska flink angepasst/ aus dem Artikel gelöscht. Jetzt – dache sie – wird der Artikel frei geben und Sinnkopplung ist auch in Wikipedia als Begriff zu finden. Mit dieser Freude ging sie ins Wochenende, um von Samstag auf Sonntag festzustellen:

  • Die Löschdiskussion ist nach wie vor aktiv und
  • Der Wikipedia-Artikel, der  auf die faktische Existenz ihres Unternehmens verwies und bis dahin ohne Kritik in Wikipedia zu finden war – wurde ohne weiteren Kommentar oder eine Löschdiskussion aus der Enzyklopädie entfernt.

Es scheint fast so, als ob man hier Franziska Angst machen/ drohen möchte, doch nicht in Löschdiskussionen der Wikipedia-Administratoren einzugreifen und für so sinnlose Begriffe wie Sinnkopplung zu kämpfen.

Wikipedia verweist auf mangelnde Verbreitung des Begriffs und daraus abgeleitet den Verdacht auf Theoriebildung/ Begriffsetablierung.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen die neutrale Haltung von Wikipedia mit Bezug auf den Sinnkopplungs-Artikel. Auch wenn ich finde, dass er wissenschaftlich von Viktor Frankl angefangen bis Tatjana Schnell heute eine tiefe psychologische Basis aufweist, die nichts dafür kann, dass sich quantitativ nur wenige Wissenschaftler damit auseinander gesetzt haben.

Auch die Nutzung von Sinnkopplung sowohl in meinem Buch wie auch in Büchern von Dr. Andreas Zeuch und Niels Pfläging und in verschiedenen Abschlussarbeiten sind als Sekundärliteratur zu nennen. Womit eine gewisse Verbreitung des Begriffs durchaus gegeben ist.

Hätte Wikipedia den Artikeln in einer sauber geführten Diskussion dennoch abgelehnt und gelöscht, dann wäre das eben so gewesen. Allerdings hintenrum Druck aufbauen, in dem man Einträge von diskutierenden Nutzern kommentarlos löscht. Ist das ein gebührliches Verhalten für eine Plattform mit dem Ansehen von Wikipedia?

Ich kann den Artikel von Franziska nicht mehr zurückbringen, doch ich kann das meine dazu tun, dass es ihnen schwerer fällt, den Artikel über Sinnkopplung zu löschen und so die ganze Arbeit von Franziska noch weiter zu entwerten. Deshalb möchte ich alle bitten, die den Begriff Sinnkopplung nutzen, Wikipedia seine reale Verbreitung aufzuzeigen. Ich weiß, es hat ein Gschmäckle, dass dazu ausgerechnet der Autor aufruft, der im Artikel als der Erfinder des Wortes genannt wird. Doch sehe ich kaum andere, denn sonst hat bisher kaum jemand mitbekommen, dass es den Artikel sowie eine Diskussion darum gibt. Bei Franziska haben die Wikipedia-Trolle das ihre erreicht, sie hat keine Lust mehr, sich auf dem Niveau auseinander zu setzen. Meine Frage ist: Lassen wir sie damit durchkommen?

Wenn nicht, solltet ihr zum einen an der Löschdiskussion teilnehmen und zum anderen Kollegen, Bekannte, Kunden etc. mit denen ihr den Begriff der Sinnkopplung teilt, ebenfalls dazu ermuntern. Natürlich freue ich mich auch über Blogartikel, die helfen, das Verhalten von Wikipedia um Franziska, den Begriff und seine Verbreitung sichtbar zu machen!

Sollte in den kommenden vier Tagen niemand dafür die Energie und Zeit haben, dann haben die von Wikipedia wohl Recht ;).

Was die Löschung von Franziskas anderem Artikel allerdings weiterhin kaum rechtfertigt.

Wir wollen denken und heute auch mal handeln!
Gebhard

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