Vorsicht Hierarchie-Gift … toxische Affenmärchen-Geschichten

1. Geschichte: Schneller Urlaub als man glaubt

Die erste Geschichte zu toxischen Affenmärchen, die wirklich passiert sind ist bereits eingegangen. Hier die Geschichte:

Es ist schon einige Zeit her als ich noch Führungskraft in einem größeren, streng hierarchischen Unternehmen war (Vorstand – Bereichschef – dann ich). Ein Kollege hatte in einer kniffligen Angelegenheit unseren gemeinsamen Chef übergangen und direkt den Vorstand angesprochen.
2 Tage später wurde er fristlos entlassen (formal beurlaubt) und musste seinen Schreibtisch unter Bewachung des Sicherheitspersonals aufräumen, Ausweis abgeben und sofort die Firma verlassen.
Als Loyalitätstest sollte ich den Rausschmiss überwachen, das habe ich verweigert in dem ich meinem Chef nach Erhalt des Befehls gesagt habe, dass ich kündige.

Wenn ich richtig informiert bin, ist der Erzähler der Geschichte seither selbständig und mit dieser Entscheidung sehr zufrieden.

Meine Fragen zu dieser Geschichte:

  • Was kommt Euch an der Geschichte unstimmig vor?
  • Versteht jemand die Führungskräfte, die hier einem Menschen die Existenz wegnehmen?
  • Was haltet ihr von der Entscheidung des Erzählers zu kündigen – wer würde sich ähnlich (inkl. der Risiken) entscheiden?

Ich freue mich auf die Auseinandersetzung über die Erzählung und auf mehr Geschichten!

Gruß Gebhard

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Geschichten rund um Affenmärchen, off record

4 Antworten zu “Vorsicht Hierarchie-Gift … toxische Affenmärchen-Geschichten

  1. Ohne die Vorgeschichte und die persönlichen Konstellationen zu kennen: In diesem Fall gab es wohl mehr als einen guten Grund zu gehen. Wenn es so etwas wie kollegiale Solidarität gibt, könnte sie so aussehen. Einen verdichteten Blick auf den Alltag solcher Personalstrukturen gibt http://goo.gl/poEv4

  2. Ein selltener Fall, oder? Wenn so passiert, dann wenig nachahmenswert. Und besser für jeden, wenn er da nicht mehr dabei ist.
    Aber da fällt mir spontan ein: es ist einfacher sich zu verweigern, wenn man nicht viel verlieren kann und man sicher ist, dass man schnell woanders weiter machen kann mit gleichem Einkommen.
    Wer zum älteren Eisen gehört und sehr viel verdient und gleichzeitig entsprechend hohe Verpflichtungen hat, wird sich zweimal überlegen, ober wie er sich solidarisiert. Ich habe inzwischen den Eindruck, dass mit den hohen Gehältern für den Mittelbau genau das Druckmittel zur Loyalität der Firmenleitung installiert wird.

    • Es ist einfacher sich zu verweigern, wenn man nicht viel verlieren kann und man sicher ist, dass man schnell woanders weiter machen kann mit gleichem Einkommen.
      Wer zum älteren Eisen gehört und sehr viel verdient und gleichzeitig entsprechend hohe Verpflichtungen hat, wird sich zweimal überlegen, ob er/ wie er sich solidarisiert. Ich habe inzwischen den Eindruck, dass mit den hohen Gehältern für den Mittelbau genau das Druckmittel zur Loyalität der Firmenleitung installiert wird.

      Den Eindruck habe ich schon lange, nur dass es nicht allein dem Mittelbau so geht. Kaum erzielt man ein Einkommen wird man von den Kollegen doch bereits mit in die Misere hinein gezogen. Da heißt es dann oftmals ganz ohne Hintergedanken:

      • Wird es nicht langsam Zeit für eine eigene Wohnung?
      • Willst Du Dir nicht mal ein ordentliches Auto anschaffen?
      • Was, Dein Handy ist schon über ein Jahr alt?

      Und ehe man sich versieht, hat man eine Latte von Verpflichtungen und/ oder Angewohnheiten, die allesamt vor allem eines machen: Geld kosten. Mit dieser Ausgaben wird es schwer, den Menschen und nicht dem System loyal zu sein. Ohne es zu bemerken, ist man seine Freiheit ganz heimelig und schmerzfrei los geworden.
      Mit Mittelbau, finde ich, hat das nichts zu tun. Vielmehr mit dem Text, den Immo verlinkt hat – der bringt das Dilemma in ein humoristisch schmerzvolles Bild.
      Grüße
      Gebhard

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