Sinn orientiert während quotierte Ziele vom Weg abbringen

Jeden Tag entscheiden wir, nicht zuletzt in Unternehmen, ob wir an vorgegebenen und vereinbarten Zielen festhalten oder anfangen Sinnvolles zu tun. Kurzfristig ist es oft einfacher, an den Zielen fest zu halten, schließlich sind sie ja auch von oben mit getragen und man ist kaum als Einzelner dafür zur Verantwortung zu ziehen, dass man ein wenig am Sinnvollen vorbei das Vorgegebene weiter macht.

So stehen sich tagtäglich zwei Orientierungen gegenüber – wobei Sinn gerne zugunsten des Plans weggewischt wird. Überlegen Sie einmal, wie oft pro Woche Sie diesen oder einen ähnlichen Satz hören: „Sinn macht es zwar keinen, aber unsere Führungsetage glücklich.“

Sinn bietet nicht immer die einfachen Lösungen und Sinn bietet auch nicht zwangsläufig eine unbeschwert einfache Zukunft. Während Ziele, Zielvereinbarungen und Pläne in der Konfrontation mit einer anders eintretenden Wirklichkeit häufig Probleme, politische Spielchen bis hin zu intrigantem und vertuschenden Verhalten verursachen, eröffnet einem Sinnorientierung gute Lösungen für wirkliche Probleme im Hier und Jetzt, und zwar genau da, wo Konflikte auftauchen. Wie im letzen Kapitel beschrieben, helfen dem einzelnen Menschen konkrete Ziele dabei, sich zu orientieren. Doch diese Ziele können, will man Sinnkopplung erreichen, nicht von einer Führung vorgegeben und quotiert sein. Stattdessen werden sie zusammenhängend mit dem individuellen Sinn abgewägt und eigenverantwortlich festgelegt. Es ergibt sich eine neue Konfliktkultur: Mit Freiheit geht Verantwortung anderen gegenüber einher. Eine Verantwortung in der man anstreben kann, dem Gemeinwohl-Sinn gerecht zu werden. Wer jetzt einwirft: „Die meisten Menschen, die ich kenne, können dieser Verantwortung nicht gerecht werden!“ spricht ihnen auch ab, ein verantwortungsvoller und mündiger Bürger in einem freiheitlichen Rechtsstaat zu sein, der sein Leben eigenverantwortlich zu meistern in der Lage ist. All unsere humanen Errungenschaften der letzten zweihundert Jahre, die Kolonialisierung zu überwinden, Sklaven zu befreien oder auch die Gleichberechtigung der Geschlechter würden so zu Treppenwitzen der Geschichte abgestempelt.
Sinn ist alles andere als wolkig oder entrückt, stattdessen funktioniert er gerade für konkrete, ja wirkliche und existentielle Situationen. So ist Sinn und der sich daraus ergebende Mechanismus der Sinnkopplung ein probates Mittel, um mit unvorhergesehen Ereignissen, hoher Dynamik oder auch turbulenten und krisenhaften Veränderungen gut umzugehen.
Solange die Zukunft unvorhersehbar bleibt, ist Sinn zudem eine zentral wichtige Orientierungshilfe, um sowohl privat wie auch geschäftlich erfolgreich zu handeln. Die schlichte Frage: Hat das für mich Sinn und wozu? ist gemeinsam mit unsren Instinkten und unserer professionalisierbaren Intuition bestens geeignet, auch bei unsicherer Datenlage und fehlenden Informationen wertvolle Entscheidungen zu treffen.

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