Das weiße Mädchen [2]

Mit diesem Bild ist McGregor in die Welt hinaus gegangen und hat die dazugehörigen Menschen gesucht. Gefunden hat er Typ Y:

Einstellung: Menschen brauchen Arbeit und interessieren sich für sie. Ja sie macht sogar Spaß.

Orientierung: Menschen steuern und regulieren sich selbst in Richtung von Zielen, die sie akzeptieren.

Verantwortung: Menschen suchen und akzeptieren Verantwortung unter den richtigen Bedingungen.

Motivation: Menschen sind motiviert und wollen ihr eigenes Potenzial entfalten.

Kreativität: Kreativität und Vorstellungskraft sind verbreitet und werden selten angemessen ausgeschöpft.

Jetzt beginnt das Experiment. Machen Sie selbst mit und legen dazu einfach zwei Blatt Papier vor sich auf den Tisch. Meine Gruppe fordere ich jetzt auf, den grünen Karton zu nehmen (Sie können dafür das rechte Blatt Papier benutzen), sich zu konzentrieren und den Buchstaben aufzuschreiben, der für den Menschentyp steht, dem sie sich selbst zuordnen würden. Also welcher Menschentyp beschreibt Sie treffender, X oder Y? Wenn der Buchstabe notiert ist, wird der Karton dem Sitznachbar weiter gereicht. Jetzt wird der rote Karton genutzt (Sie nehmen das linke Blatt Papier). Bevor man hier etwas aufschreiben kann, gilt es, in sich zu gehen. Denken Sie über ihr Arbeitsleben nach, über die Kollegen, die Kunden, die Lieferanten und andere interne oder externe Geschäftspartner und schätzen Sie dann ein, wie viel Prozent dieser Menschen X-Typen sind. Wenn Sie sich für eine Zahl entschieden haben (50, 60 oder 80 Prozent), schreiben Sie sie auf. Die Teilnehmer geben nun den Karton wieder an den Nachbarn weiter, so dass jetzt erneut alle zwei Kartons vor sich haben, einen mit einem Buchstaben, den anderen mit einer Zahl. Dann nehmen alle den Karton mit dem Buchstaben in die Hand und ich fordere diejenigen auf, die Hand zu heben, die dort ein X lesen. Ich habe dieses Experiment sicherlich mit mehreren Hundert Menschen gemacht und nie hat sich jemand ernsthaft gemeldet. Danach frage ich, wie viele auf dem Karton mit der Zahl eine Null stehen haben. Wie ist es mit Ihnen?
In meinen Experimenten sind es maximal zwei Prozent der Teilnehmer, die hier eine Null lesen. Die Erkenntnis: Es gibt wohl keinen geistig gesunden Menschen, der sich selbst als überwiegend X identifizieren würde. X existiert demnach nur in unserem Kopf und ist ein Vorurteil über andere Menschen.
Jetzt geht normalerweise ein Raunen durch den Saal, die Widersprecher recken den Hals oder den Arm in die Höhe oder platzen einfach aus sich heraus mit Kommentaren wie: „Da waren sie aber noch nie bei uns.“ oder „So viel zum Beraterwissen. Sie sind so weit weg von der Realität, wie man nur sein kann.“ Ich warte das Raunen ab und dann mache ich das Mädchen weiß. „Ich bin überzeugt,“ sage ich „dass wir Y-Typen sind, doch eines ist klar: Wir alle können uns wie X-Typen verhalten und tun das auch regelmäßig. Das haben wir spätestens in der ersten Schulklasse gelernt!“

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2 Kommentare

Eingeordnet unter 03 Menschenbildstörung, Das weiße Mädchen

2 Antworten zu “Das weiße Mädchen [2]

  1. > dass wir Y-Typen sind, doch eines ist klar: Wir alle
    > können uns wie X-Typen verhalten und tun das auch regelmäßig …

    Das scheint mir ein wichtiger Satz zu sein!

    • Hallo Eberhard,

      ja, es eine zentrale Erkenntnis!

      Erst gestern hatte ich ein Treffen, in dem mich mein Gesprächspartner – ein Jugendfußballtrainer – darauf verwies, dass er die Jungs nur zum Mannschaftsspiel bringt, wenn jeder Einzelne seinen Benefit davon hat. Das Gerede und die Hoffnung auf den Einsatz für das große Ganze und die Kooperation wäre dabei kaum ersichtlich.
      Wir haben angeregt diskutiert und am Ende stand die Erkenntnis, dass es gar nicht so sehr darum geht ob nun Eigennutzenmaximierung unser stets Ziel ist oder eben Kooperation und füreinander arbeiten. Beides können wir tun und tun es auch. Stattdessen kommt es darauf an zu erkennen: Wir können entscheiden, wie wir uns verhalten wollen.

      Denn – Eigennutzenmaximierung ist eben nicht das unausweichliche Naturgesetzt, als das es uns immer wieder verkauft wird. Es ist eine Entscheidung und damit eine Verantwortung die wir alle tragen. Niemand sollte sich, maximiert er seinen persönlichen Nutzen, hinter einem natürlichen Recht verstecken können und sein Verhalten sollte nicht im falschen Glauben an dieses Naturrecht von allen anderen toleriert werden.

      Es ist eine Entscheidung und die, die kooperieren wollen, müssen sie nicht ohnmächtig akzeptieren … wo wir dann schon wieder bei unserer einigermaßen fehlgeleiteten Konfliktkultur wären … doch dazu wird des in den kommenden Abschnitten noch einiges zu lesen geben!

      Gruß
      Gebhard

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