| Affenmärchen – Arbeit frei von Lack & Leder‘ ist ein Wirtschaftssachbuch, das ich hier in ca. 100 Blogposts vollständig veröffentlicht habe. Wenn Du das Buch von Beginn an lesen möchtest, dann fang mit dem Abschnitt: Vereinbarungen brechen [1] an. Ansonsten geh über das Suchfeld rechts oder springe von der Seite Inhalt auf den Abschnitt, der Dich interessiert.Viel Vergnügen beim Lesen! |
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Hallo bei Affenmärchen
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Blogstille zwecks Vorbereitung
Liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten Tagen war es still im Blog. Zum einen ist das einer guten Auftragsauslastung geschuldet, zum anderen der Vorbereitung meiner/ unserer Crowdfunding Kampagne zur Übersetzung von Affenmärchen auf englisch. Die Operation Monkey Business hat in den letzten Wochen (der letzte Post zu diesem Thema datiert auf den 08. Februar) Gestalt angenommen.
Doch was ist passiert und was wird passieren.
- Nach meinem Aufruf, die Übersetzung von Affenmärchen zu unterstützen habe ich tatsächlich knapp 300 EUR überwiesen oder via PayPal bekommen. Vielen Dank für die Verwegenheit und das Vertrauen der ersten Mitstreiter!
Weiterhin gibt es Unterstützungszusagen über einen hohen dreistelligen Betrag, sollte das Ansinnen wirklich in die ernsthafte Lage kommen, umgesetzt zu werden. - Neben dem Geld gab es allerdings auch ganz handfeste Hilfsangebote für eine professionelle Crowdfunding Kampagne. Hervorzuheben sind hier – Stand heute:
- Franziska Köppe (www.praktisch-Nachhaltig.de), die mit mir zusammen das komplette Projekt auf die Beine stellt, Texte überarbeitet, Drehtage vor- und nachbereitet, Kontakt zur Crowdfunding Plattform hält usw.
- Markus Besch (Social Media Club Stuttgart), der mir die Möglichkeit gibt, die Operation Monkey Business auf der Social Media Night am 06. Juni im Mercedes Benz Museum vorzustellen und uns auf seine Plattformen und in seinem Netzwerk mit verbreitet.
- Markus Falkensteiner (www.eqvinox.net) und Walter Schmid (www.schmidmusicagentur.de), die uns einen Videodreh mit professioneller Ausstattung und Begleitung ermöglicht haben,
- Clemens Walter (www.clmns.de), der aus unserem Drehtag ein kompaktes Informations- und Präsentationsvideo macht,
- das Theaterhaus Stuttgart (www.theaterhaus.com), das uns die Location für den Dreh bereitgestellt hat und
- meine Frau wie auch meine Kinder, die nach wie vor und immerwährend nächtliche Telefonate und Tastaturgeklimper ebenso unterstützend aushalten, wie geistige Abwesenheiten.
- Denen, die bis hierhin geholfen haben folgen weitere, die bereits ihre Unterstützung für den Moment zugesagt haben, wenn die Operation Monkey Business aktiv läuft. Das sind Blogger, Onlinemagazine und dergleichen mehr. Wir freuen uns auf Euch, auf die, die wir kennen ebenso wie auf die, die wir noch kennenlernen werden und hoffen, im Projekt keinen Dankend zu vergessen!
Was kommt jetzt:
- Mit startnext haben wir den erfolgreichsten Crowdfunding-Anbieter Deutschlands davon überzeugen können, unser Projekt anzunehmen. starnext gewährleistet den Unterstützern, dass das Funding fair abläuft. Sprich, nur wenn das Projekt (die Gesamtstumme) zustande kommt, wird auch gespendet. So wird verhindert, dass ich mir mit dem Geld der Spender – obwohl es am Ende doch nicht gereicht hat – den Bauch an Spaniens Stränden bescheinen lasse
. Ein Projekt bei startnext gliedert sich in folgende Phasen:
- Schritt 1: Vorbereitungsphase – abgeschlossen
Die letzten Wochen haben wir viel Engagement darauf verwendet, die Realisierung der Crowdfunding-Kampagne gut vorzubereiten. Wir überlegten, wie wir das Projekt der Crowd inhaltlich und multimedial vorstellen, in welchen Kommunikationskanälen wir darauf aufmerksam machen und tauschten uns persönlich mit potenziellen Crowdfunding-Plattformen aus bis hin zur Entscheidung mit welchem Partner wir unser Projekt umsetzen werden. - Schritt 2 – Bearbeitungsphase – zu 90% abgeschlossen
In dieser Phase wird die Operation Monkey Business bei startnext.de beantragt und mit der Beschreibung unseres Projektes gefüllt. Hier ein eine kleine Vorschau:

- Schritt 3 – Startphase – kommende Woche
Sobald auch von startnext grünes Licht für unsere ausgearbeitete Projektseite da ist und wir somit für die Öffentlichkeit freigeschaltet werden, gilt es zuerst einmal Feedback und Unterstützer für das Projekt ganz generell zu gewinnen. Ist das Projekt passend und verständlich präsentiert? Stimmen die Dankeschöns – ja, es gibt Dankeschöns;)? Das sind die Fragen, denen wir uns dann stellen.
In dieser Phase braucht noch niemand Geld einsetzen. Es geht vielmehr um Deine Meinung und Deinen Zuspruch. Die grobe Daumenregel ist: Für je 100 EUR braucht es einen Unterstützer sprich für die 5.000 EUR, die wir sammeln wollen, braucht es 50 Unterstützer in dieser Phase.
Wir freuen uns sehr, wenn Du uns in dieser Phase als Fan unterstützt. Wir informieren Dich dann rechtzeitig über die einzelnen Seiten und würden uns freuen, wenn Du Dich registrierst bzw. Dich als Fan für unser Projekt anmeldest und damit dafür uns stimmst. - Schritt 4 – Finanzierungsphase – ab Anfang Juni
Jetzt wird es spannend, denn ab jetzt geht es um Alles oder nichts! Haben wir genug Fans in der Startphase gewonnen und somit den Sprung in die Finanzierungsphase geschafft, kann die Community das Projekt ideell und finanziell unterstützen. Jetzt gilt es, die Community zu bewegen, viel über unser Projekt zu diskutieren und so die Kunde weiterzutragen. In dieser Phase wäre ein aktiver Beitrag von Dir super!
Wir wollen ganz viele Fans und Mitstreiter dazu bewegen, Ihre Meinung zu Affenmärchen zu schreiben/bloggen/posten und so weitere Fans zu gewinnen. Das wird Anfang Juni sein.
- Schritt 1: Vorbereitungsphase – abgeschlossen
Unser Ziel: Mindestens 100% Finanzierung. Es darf gern auch mehr sein. Denn nur wenn das Projektbudget innerhalb des festgelegten Zeitraums zu mindestens 100% erreicht wird, bekomme ich das Geld ausgezahlt. Nur ein komplett finanziertes Projekt kann erfolgreich sein. Bekommen wir die 100% nicht zusammen, geht das Geld zurück an die Unterstützer, die Ihr Geld dann sinnvollerweise in andere Projekte stecken können. (Alles-oder-Nichts-Prinzip).
Wenn Du einen Beitrag über die Operation Monkey Business erstellen möchtest, haben wir uns folgende Fragen überlegt, mit denen Du ihn vorbereiten kannst. In ihrer Beantwortung liegt aus unserer Sicht ein Schlüssel für ein passendes Statement:
Welches sind Deine drei wichtigsten Schlagwörter zum Inhalt von Affenmärchen und warum?
Was bedeuten die Ideen von Affenmärchen für Dich?
Was bedeuten die Ideen von Affenmärchen für den Rest der Welt?
Ich bin Teil der Operation Monkey Business weil …
Macht mit bei der Operation Monkey Business indem ihr …
Die Länge des Artikels lässt erahnen, warum es hier im Blog in den letzten Tagen so still war
!
Liebe Grüße
Gebhard
Eingeordnet unter Offensive Monkey Business
Abgesoffen – Piraten interessieren sich (noch) nicht für Affenmärchen ;(
vor etwas mehr als einer Woche hatte ein Mitglied der Piratenpartei eine Initiative gestartet, die sinnvolles Wirtschaften und damit Affenmärchen ins Parteiprogramm zu bringen.
Nach einer Woche fehlten 8 Stimmen, um aus dem Antrag einen wirklichen Diskussionspunkt zu machen.
Aktuell überlegt der Pirat, ob es ggf. Sinn hat, die Ideen in mehreren Initiativen ins Programm der Piraten zu bringen. Hierzu würde er sich über Unterstützung aus den Reihen der Leser von Affenmärchen freuen.
Deshalb die Frage an euch: Was sind die Ideen aus Affenmärchen, die ihr gerne auf der politischen Bühne diskutiert haben wollt?
Ihr könnt eure Vorschläge direkt als Kommentar zu diesem Beitrag in den Blog stellen oder sie mir als Email zusenden. Der Pirat und ich, wir freuen uns über jede Unterstützung!
Viele Grüße
Gebhard
Eingeordnet unter off record
Kurzmeldung – Affenmärchen ist ein Top Blog für Mitarbeiterführung!
Heute gleich zweifach:
- Hat er eine treffende Liste von Blogs für Führungsthemen zusammen gestellt.
- Ist Affenmärchen – wenn auch nur dem Alphabet geschuldet
– gleich die erste Nennung!
Bernd Geropp selbst schreibt über seine Beratungserfahrung. Er ist als 360° Berater für Unternehmer in technisch anspruchsvollen und dynamischen Märkten/ Unternehmensentwicklungen tätig. Er selbst hat ein solches Unternehmen gegründet und erfolgreich geführt. Er berät und bloggt in deutsch und englisch. Vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen, ihn persönlich kennenzulernen und kann ihn als aufgeweckt, überlegten Menschen mit klaren Positionen und einer positiv überraschenden Offenheit für neue Themen empfehlen.
Es freut mich, dass sowohl Affenmärchen wie auch der integral.Blog in seiner Liste stehen, vielen Dank für die Unterstützung!
Grüße
Gebhard
Eingeordnet unter danke, off record
Wie man finanziell sauber kooperiert …
heute mal ein praktischer Tipp aus dem Themengebiet Kassentransparenz! Kürzlich kam im Gespräch mit einer Kundin das Thema Kooperation auf. Es ging konkret darum, Geld aus einem Auftrag gerecht und transparent zu verteilen. Meine Kundin hatte den Auftrag – ein Inhouse Event – an Land gezogen. Zur Umsetzung beteiligte sie zwei Kooperationspartner. Vom Kunden gab es alles zusammen ein Honorar von EUR 2.500,00 zzgl. MWSt inkl. Spesen. Meine Kundin hatte ihre Kooperationspartner zu deren Tagessatz engagiert:
- Kooperationspartner 1 EUR 500,00 zzgl. MWSt. und Reisekosten
- Kooperationspartner 2 EUR 780,00 zzgl. MWSt und Reisekosten
Beide Kooperationspartner hielten am Event einen Vortrag, meine Kundin leitete einen Workshop und alle drei gemeinsam standen am Ende des Tages den Teilnehmern in einer Frage- und Feedbackrunde zu ihren Themen Rede und Antwort. Der Kunde war mit dem Tag sehr zufrieden und meiner Kundin hatte er so viel Spaß gemacht, dass sie daraus eine offene Veranstaltung machen möchte, zu der sie in ihrem Namen einlädt. In den konkreten Überlegungen zu dieser Veranstaltung trafen wir uns. Meine Kundin saß vor einer Tabelle, die sie ein wenig frustrierte. Was im Kundenbeispiel noch nach einem lukrativen Geschäft ausgesehen hatte, entpuppte sich als unternehmerisches Risiko! Doch sehen wir die Tabellen des Kundenauftrags einmal an:
In einer voran gegangenen Kalkulation war transparent geworden, dass meine Kundin einen Stundensatz von mindesten 45,00 EUR erreichen sollte, um ihr Angebot sinnhaft umsetzen zu können. Nicht viel besser wurde es als sie die Kalkulation für ein selbstvermarktetes Format erstellte:
Selbst bei einem verhältnismäßig guten Verkauf von 14 Plätzen, verdient meine Kundin noch immer nicht die 45,00 EUR pro Stunde, die sie für ihren Break Even braucht.
Im Gespräch schlug meine Kundin vor, die Tagessätze der Kooperationspartner herunter zu handeln oder das Catering zu drücken, nur kalte Fingerfood anzubieten und anderes mehr. Ich fragte sie: “Warum machst Du nicht Deine Kasse transparent und lässt die anderen mit entscheiden, ob für alle genug drin ist?”
Sie war gerne dazu bereit, wusste allerdings nicht, wie sie es einfach, übersichtlich und fair darstellen sollte. Ich erläuterte ihr daraufhin eine Verteilungsmatrix, die ich aus einem Buch von Alan Weiss kenne.
Es ist eine schlichte Tabelle, in der ein Gesamtpreis auf unterschiedliche Mitwirkende verteilt wird. Verhandelt wird zuerst nicht über das Geld – das vielleicht noch gar nicht bekannt ist. Verhandelt wird über den Anteil jeder/ jedes Beteiligten am jeweiligen Arbeitsschritt. Alan Weiss unterteilt jedes Projekt in die Bereiche:
- Akquise – alle Aktivitäten und Aufwände bis zur Unterschrift des Angebots, der Bestellung bzw. des Handschlags oder der ersten Überweisung. Hierzu gehören Pflege des Kontaktnetzwerks, Vertriebs- und Präsentationstermine, Vertriebsunterlagen, Drucksachen, Medien etc.
- Technologie/ Methode – alle Aktivitäten und Aufwände, die für die Erarbeitung von Methoden, Designs, den Einsatz von Software oder anderen Technologien. Hierzu gehören Methoden- und Softwarelizenzen, anteilig Weiterbildungskosten, Rechercheaufwände, Bücher und Fachzeitschriften etc.
- Umsetzung - alle Aktivitäten und Aufwände, die direkt für den/ die Kunden erbracht und abgerechnet werden. Hierzu gehören vor Ort Stunden/ Tage, Vorbereitungszeit etc.
Jeder dieser Bereiche erhält am Ende grundsätzlich 1/3 des Gesamthonorars für das Projekt. Diese Verteilung kann natürlich individuell angepasst werden, ich finde sie ist sehr stimmig. In jedem Drittel werden dann die Anteile verhandelt, die jeder Kooperationspartner in diesem Bereich eingebracht hat. So erhält man schnell, fair und transparent eine Verteilung des Honorars auf die Kooperationspartner.
Im folgenden Screencast erläutere ich dieses Vorgehen ausführlich. Das dazugehörige Spreadsheet kann man hier einsehen und herunter laden:
Ich kann diese Methode nur empfehlen. Sie ist schnell, transparent und hilft den Menschen in gemeinsamen Projekten über ihren Beitrag und den damit verbundenen möglichen Verdienst offen und konstruktiv zu sprechen. So funktioniert Kassentransparenz im sinnvollen Wirtschaften
!
Grüße
Gebhard
Eingeordnet unter Affenmärchen in der Praxis, Kassentransparenz, Tipps und Technologien
Flagge zeigen – Sinnvoll Wirtschaften ins Programm der Piraten bringen!
vor drei Tagen habe ich die Idee von sinnvollem Wirtschaften als politisches Thema der Piratenpartei in deren Onlineforum eingebracht. Kaum drei Stunden später hat mich ein Mitglied der Partei angerufen und gefragt, ob er nicht einen Antrag auf Aufnahme des Themas in das Parteiprogramm stellen kann?
Ich habe dem zugestimmt und heute Morgen erfahren, der Antrag steht hier im Liquid Feedback der Partei. Die Piraten haben mit der Technologie des Liquid Feedback eine Unterstützung, um Themen und Vorschläge mit vielen Mitgliedern schnell diskutieren zu können. Eine moderne Form, um Zugang zur Intelligenz der Massen zu bekommen, wie ich sie in Kapitel 6 beschreibe.
Natürlich braucht der Antrag gerade jetzt zwei Dinge:
- Aufmerksamkeit – bitte kopiert den Link (https://lqfb.piratenpartei.de/pp/issue/show/1578.html) und empfehlt ihn aktiv an Mitglieder der Priatenpartei weiter, die ihr kennt und an Menschen, die damit liebäugeln Mitglieder zu werden. Mögliche Medien sind:
- Email oder SMS – kopiert den Link, beschreibt kurz worum es geht und versendet das Mail an Kontakte, die sich für die Piraten und/ oder Liquid Feedback interessieren.
- Blog – Du betreibst einen eigenen deutschsprachigen Blog oder eine eigene Webseite mit dynamischen Inhalten? Dann verfasse einen kurzen Beitrag und werbe für die Aufnahme der Thesen des sinnvollen Wirtschaftens in das Programm der Piratenpartei.
- XING – Du bist auf XING, LinkedIn, StudiVZ, Lokalisten, Facebook, google+, twitter oder … oder? Bitte poste den Link mit Verweis auf die notwendige Aktion. Ein Textbespiel:
Macht sinnvolles Wirtschaften zum Programm der Piraten https://lqfb.piratenpartei.de/pp/issue/show/1578.html - Diskussion – bitte schaut euch den Text nicht nur an, sondern stimmt auch darüber ab. Kommentiert ihn, egal ob zustimmend, ablehnend, hinterfragend oder unentschlossen.
Die Piratenpartei ist ein tauglicher Hafen für unsere Ideen, da sie noch nicht festgelegt ist. Sie passt zu Affenmärchen, weil die Piraten gewollt auf die intelligente Masse setzen. Weil dort Ideen und Wege jenseits der bekannten politischen Systeme gesucht werden und eine Chance haben, auch Gehör zu finden.
Ich wäre begeistert, wenn der Antrag die erste Hürde nimmt und nicht gleich in 7 Tagen wieder sang- und klanglos im Netnirvana verschwindet. Ohne aktive Unterstützung kann das nicht gelingen!
Wer will, dass sinnvolles Wirtschaften breiter diskutiert wird?
Jetzt gibt es die Gelegenheit, das zu erreichen!
Ich freue mich auf euch!
Grüsse
Gebhard
Eingeordnet unter off record
Sinnvoll Wirtschaften goes Piratenpartei …
Hallo Leserinnen und Leser,
heute hat mir der Mitarbeiter eines Kunden diesen Link mit dem Hinweis zugesandt, dass die Priatenpartei – in aktuellen Umfragen haben sie auf Bundesebene die Grünen hinter sich gelassen – noch immer keinen wirtschaftspolitischen Kern hat.
Natürlich ist sinnvolles Wirtschaften und damit Affenmärchen starkt betriebswirtschaftlich ausgerichtet. Damit kann es auf den ersten Blick kaum als wirtschaftspolitischer Kern einer Partei herhalten. Die brauchen ja eher volkswirtschaftliche Theorien zu Themen wie Kartellrecht, Steuern, Sozialabgaben etc.. Dennoch bin ich überzeugt, die Ideen und Erkenntnisse zu sinnvollem Wirtschaften, die Andreas Zeuch in Feel it! und ich in Affenmärchen zusammen getragen haben, bieten einen wirkungsvollen mikroökonomischen Gegenpart zu sinnvollen makroökonomischen Überlegungen wie etwa dem Grundeinkommen oder der Gemeinwohldemokratie.
Aus diesem Grund habe ich einen Beitrag auf der Liquid Feedback Plattform der Piratenpartei mit dem Thema sinnvoll Wirtschaften verfasst. Wie bei allen Onlinemedien braucht dieser Online-Aufmerksamkeit.
Die Idee: Wir machen sinnvoll Wirtschaften bei den Piraten zum Thema.
- Geht hierzu auf den Link.
- Meldet euch am Forum der Piratenpartei an.
- Bewertet den Beitrag mit Sternen, wie bei Amazon.
- Schreibt einen Kommentar und ergänzt damit meinen Beitrag.
- Schickt den Link via Mail, Twitter, google+, Facebook, XING und Konsorten an eure Kontakte weiter!
Mal schauen, ob uns die Piraten erhören
!
Gruß und danke im Voraus
Gebhard
Eingeordnet unter off record
Die Ver(w)irrung mit der Sinnstiftung
Hallo Leserinnen und Leser,
heute möchte ich mich für einen Hinweis auf google+ und bei Dr. Kruse bedanken. In Kombination erlauben mir die beiden, einen zentralen Aspekt von Sinnkopplung zu verdeutlichen: Sinn stiften ist nicht möglich!
Doch bevor ich das näher erläutere, schaut euch den Zweiminüter von Dr. Kruse zum Thema Sinnstiftende Führung an, der mir via google+ empfohlen wurde:
Hier die Ver(w)irrungen anhand von Zitaten aus dem Video:
“Wir müssen uns in den entwickelten Märkten überlegen, wie wir dauerhaft Faszination erzeugen.”
Haben Sie es gemerkt? Herr Kruse geht weiterhin davon aus, dass wir (die Führenden) Faszination (bei den Geführten) erzeugen müssen. Er geht von einer klassischen Über-/ Unterordungssituation aus, in der ein (elitärer) Teil der Bevölkerung dafür verantwortlich zu machen ist, dass der Rest zur Faszination animiert wird. Genau diese formal hierarchische Aufgabenverteilung zerstört die Fasizination, die wir in allen Kinderaugen und vielen Kindertaten miterleben können. Aus Langeweile entstehen da häufig die beeindruckendsten Dinge, nicht aus – von anderen – erzeugter Faszination. Wir sollten mehr Zeit für Langeweile haben, anstatt ständig fremd-fasziniert zu werden. Ein paar Sekunden später erklärt er:
“Wenn es uns in unserer Welt nicht gelingt, ein Gefühl für die Sinnhaftigkeit unseres Tuns zu erzeugen, dann werden wir das mit der Faszination nicht hin bekomen.”
Hier drängt sich mir erneut die Frage auf, wer hier das Gefühl für wen erzeugt?
Richtig ist: Wenn es uns in unserer Welt nicht bald gelingt, sinnhaft zu handeln, dann werden wir an unserem eigenen Tun scheitern!
So lange wir davon ausgehen dürfen, dass die Verantwortung für Sinnhaftigkeit bei einer irgendwie geartet festgelegten Führungsschicht liegt, brauchen wir anderen uns ja nicht darum zu kümmern. Der Clou ist, sobald wir diese Verantwortung abgeben, ist auch ein anderer der Sündenbock, wenn das kollektive Handeln sich am Ende als sinnentleert herausstellt. Es geht korrekt weiter:
… sonst ist Faszination Partylaune, Partylaune kann ich auch immer kurzfristig erzeugen. Aber Partylaune hat keine Nachhaltigkeit, das ist nur der Hype des Moments. Was ich brauche ist Energie mit Dauer. Wie kann ich Menschen dazu bringen … dauerhaft ein hohes energetisches Niveau zu halten?” - Im Abschnitt mit den Punkten bemerkt er – “Indem sie das, was sie tun als sinnhaft empfinden.”
Hier bin ich mit Herrn Kruse vollkommen einig. Partylauen haben wir schon genug und Menschen sind dann auf einem dauerhaft hohen energetischen Niveau, wenn sie das, was sie tun, als sinnhaft empfinden.
Allerdings gehen wir von dieser Erkenntnis aus getrennte Wege. Während er schon weiß, was zu tun ist und der Führung Sinnstiftung ins Aufgabenbuch diktiert, halte ich mich zuerst einmal mit dem Thema Sinn an sich auf.
Resultat dieser Auseinandersetzung: Zentrales Thema der Führung sollte in Zukunft Sinn sein – keineswegs Sinn stiften! Der Unterschied wird klar, wenn man erkennt: Jede(r) von uns findet für sich einen Sinn im Dasein oder eben nicht. Kein Mensch kann einem anderen von außen Sinn stiften!
Es ist der Unterschied zwischen
- Reformation – Menschen sollen die Bibel so lesen können wie ich, selbständig darüber nachdenken und über sich ihre Erkenntnisse und Konsequenzen austauschen und
- Missionierung – Die Heiden müssen (sollen) meinen wahren Glauben erkennen sowie annehmen und in Zukunft mit mir unseren gemeinsamen Gott und Herren anbeten und ihm in meinem Verständnis seines Wortes dienen. Gerade so wie ich es tue.
Herr Kruse ist ein Missionar für sein Verständnis für Leadership. So führt er weiter aus:
Hier wird auch wieder deutlich, was Leadership ist. Leadership ist die Fähigkeit Menschen in einer intelligenten Situation wach zu halten. Das ist eine Aufgabe: Ich muss nicht intelligent sein, sondern ich muss die Intelligenz der anderen wach halten. Das ist meine Aufgabe, das ist Leadership.”
Viele werden jetzt endlich wieder verstehen, warum sie von so vielen Führungskräften/ Leadern insgeheim annehmen, dass sie Dumpfbacken sind. Sie haben schlicht recht! Der Führende muss ja nicht intelligent sein, sondern nur die Intelligenz der anderen wach halten. Wer ein solches Selbstverständnis vor sich her trägt ist in hohem Maße episdemisch arrogant – das Wissen überschätzend. Es ist keineswegs auch nur annähernd so toll, wie es sich anhört. Mir kommen solch hohle Phrasen auch ab und an über die Lippen. Dann hoffe ich inständig, ich bemerke es, amüsiere mich über mich selbst und erzähle meine Dummheit als Anekdote weiter. Andere können sicherlich etwas daraus lernen. In diesem Sinne: Vielen Dank Herr Dr. Kruse, dass Sie sich in unseren Kreis der Pharsendrescher so überaus menschlich und durchschnittlich einreihen. Am Ende wird es allerdings noch mal richtig spannend:
“… Deshalb werden Führer in Zukunft nicht mehr so sehr Organisator sein, ja noch nicht mal Coaches. Ich glaube, dass Führungskräfte in Zukunft Sinnstifter sind und Vernetzer. Das heißt, sie bringen die Sinnhaftigkeit ins System und sie bringen die Fähigkeit zur Vernetzung mit. Also andere Menschen zu vernetzen sollte eine Fähigkeit von Leadership sein und andere Menschen mit Sinnhaftigkeit zu entzünden sollte eine Aufgabe von Leadership sein.”
Besser kann man die große Ver(w)irrung zum Thema Sinn kaum ausdrücken. Noch einmal, Herr Kruse geht offensichtlich, wie viele Führer, davon aus, dass jemand so etwas wie Sinnhaftigkeit in einem anderen Menschen bewusst und gewollt entzünden kann. Er glaubt damit nach wie vor, dass er und die Führer der Zukunft die Sinn-Zügel in der Hand halten und die intrinsischen Fäden anderer kontrolliert zupfen können. Das ist schlicht falsch. Selbst wenn es gelingt, ist es mehr zufällig als gesteuert. Ob sich etwas sinnhaft entzündet wird allerdings auf jeden Fall – vermutlich sogar in hohem Maße unbewusst - vom anderen Menschen entschieden, nicht vom Führenden, wie Dr. Andreas Zeuch in Feel it! eindrucksvoll aufzeigt. Bleibt die Frage: Was sind denn dann die Aufgaben der zukünftigen Führer?
Hier eine sicherlich unvollständige Liste:
- Führer erkennen, wann sie keine Führer mehr sind und hören dann auch auf zu führen.
- Wir alle verstehen uns als potentielle Führer und erkennen, wann wir Führung übernehmen.
- Sinn und die sinnhafte Verwirklichung ist ein zentraler Punkt unserer Aufmerksamkeit. Sowohl für uns wie auch für andere. Ganz unabhängig davon ob wir gerade führen.
- Die Führung ordnet sich den geführten Menschen unter, nicht dem pseudobetriebswirtschaftlichen Diktat, nachdem der Profit darüber entscheidet, wer Recht und wer Unrecht hat.
- Führer gehen mit gutem Beispiel voran und stellen sich kontinuierlich einer kritischen Selbsreflexion, um die in uns allen existierende episdemische Arroganz zu zügeln.
Vielen Dank noch einmal für die klärenden Worte an Herrn Dr. Kruse und an meine Kontakte bei google+, die mich auf dieses Video aufmerksam gemacht haben!
Grüße
Gebhard
Eingeordnet unter danke, off record
Tacheles
Letzte Woche hat Bernd Geropp in seinem Blog mehr führen einen Beitrag mit dem Titel “Mensch, rede doch Klartext!” veröffentlicht. Er plädiert dafür, bürokratisches Geschwätz aufzuhören und stattdessen auf den Punkt zu kommen. Schnörkellos, kurz, aktiv und direkt sind demnach die Maßstäbe für eine bessere Sprache. Im Artikel wird anhand eines Beispiels gezeigt, wie es geht.
Kaum hatte ich den Artikel gelesen, schon musste ich ihn hier kommentieren. Auch wenn ich die Sehnsucht teile, dass mehr Tacheles gesprochen wird, bin ich sicher: Unsere Unternehmen sind noch nicht bereit.
Es fehlt eine Kultur, in der man mit Konfrontation tolerant und konstruktiv umgehen kann. In der nicht alles auf der Goldwaage liegt und sofort mit der eigenen Position im Gefüge der Organisation zusammen hängt. Mein Vater hatte eine Position, in der er auf den Punkt kommen konnte. Von seiner Kompetenz, Erfahrung und seinem Fachwissen aus gesehen, war er in der Hierarchie viel zu niedrig angesiedelt. Für eine einfache und schnelle Entlassung wiederum zu hoch. In dieser Position genoss er Freiheiten wie kaum ein anderer Mitarbeiter. Eine davon war, die Dinge beim Namen nennen zu können. Einmal hat er so – hier die entsprechende Geschichte in Affenmärchen – die Entlassung seiner Untergebenen verhindert.
Bernd Geropp hat auf diese Erweiterung seines Artikels festgestellt:
Ich bin überzeugt: Wenn man etwas zu sagen hat, dann sollte man es richtig sagen – unbürokratisch, verständlich und ohne Floskeln. Sie haben natürlich Recht. Wenn man das tut, positioniert man sich. Zwangsläufig wird man dadurch angreifbar. Im politischen Umfeld von vielen Unternehmen kann das für Angestellte gefährlich sein.
Die Alternative? Sich fragen: Wann lohnt es angreifbar zu sein? Wenn es sich nicht lohnt, sollte man am besten schweigen. So quält man wenigstens nicht seine Mitarbeiter und Kollegen mit nichtssagendem politischen Gelaber. Wenn man sich häufig dabei ertappt, schweigen zu müssen, sollte man das Unternehmen wechseln
.
Auch hier bin ich mit Herrn Geropp einig. Doch auch hier möchte ich ergänzen:
Man positioniert sich nicht nur selbst. Man greift auch andere an! Ich selbst habe dazu Erfahrungen in England, Indien und Spanien gemacht. Dort ist es unüblich, direkt zu sein und auf den Punkt zu kommen. Das ist nur der letzte Ausweg, wenn versteckte Hinweise überhaupt nicht ankommen wollen. Dies geschieht keineswegs, um sich selbst zu schützen, wie das hierzulande meist der Fall ist. Man macht es, um den Gegenüber nicht bloß zu stellen.
Auf den Punkt – Tacheles – Klare Worte … Wird oft herbei gesehnt. Vor allem, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sind sich alle einig: “Wenn wir vorher offen darüber gesprochen hätten.”
Doch sind wir bereit es durchzuziehen und hat das überhaupt Sinn?
Im Blickwinkel von Affenmärchen grenze ich diese Frage ein auf unsere Firmen.
- In ihnen geht es darum, zu wirtschaften. Mit unserer Arbeit machen wir Materialien, Halbzeuge, Wissen etc. wertvoller als sie ohne unser Zutun wären – wir Menschen machen sie mehr-Wert. Damit das gehen kann, hätte es Sinn, sichtbar zu machen, ob und welche Wertveränderung durch unser Schaffen erreicht wird. Kaum ein Unternehmen macht das. Gewinn- und Verlustrechnungen, Gehälter, Gemeinkosten, Budgets, Reiseaufwendungen, Firmenwagenpreise usw. – alles Geheimakten, die nur einem erlauchten Personenkreis zugänglich sind. Und selbst wenn sie offen liegen sind sie so fachverkauderwelscht, dass kein normaler Mensch auch nur einen Hauch davon versteht.
- In unseren Unernehmen geht es auch um das Zusammenleben von Menschen. In Deutschland – und in einigen anderen Ländern, die ich kennen lernen konnte – wird man kaum zu einer konstruktiven Auseinandersetzung basierend auf eigenständigem Denken erzogen.
In der Ausbildung hat der Lehrer, der Meister oder der Professor recht, bis man den Abschluss hat. Dann kann man selbst auch mal Recht haben, so lange man nicht auf den Ober trifft, der einen als Unter sticht. Denken ist zwar nicht verboten, allerdings sollte es nicht hinterfragen, sondern zustimmend das Bild der Oberen/ der Wissenden weiter entwickeln. Wir haben uns so eingerichtet:
- Meinung kommt aus der Bild
- Romantik aus dem Sonntagsfilm
- Massentaugliches “profundes” Wissen und Freiheit von Günter Jauch
- Wissenschaft ab 24:00 Uhr, im Laberradio des Deutschlandfunks oder im KiKa
- Freundschaft findet in Facebook statt
- Auseinadersetzung ist die konsensvermeidende spannungsgeladene Talkshow
- Unterhaltung ist Pop-Gedudel mit Werbeunterbrechung
Wichtig dabei ist: So wenig wie möglich Konfrontation mit echten Menschen. Denn die könnten anderer Meinung sein oder gar selbständig denken. Das ist dann ineffizientes Kaffeekränzchengelaber und stresst nur.
Natürlich ist das pauschal und stimmt nicht. Dennoch hatten viele ernsthaften Unterhaltungen, die ich in den letzten 10 Jahren in Unternehmen geführt habe, nichts mit diesem Unternehmen und den Menschen dort zu tun. Sie erstreckten sich von Sport über Weltpolitik bis hin zu Managementfehlern der Wettbewerber. Sich auf Basis einer kritischen Selbstreflexion weiter zu entwickeln und dafür auf den Punkt zu kommunizieren, gehört zunehmend zu meinen Gesprächen, seit ich zu den Inhalten von Affenmärchen berate.
Versteht mich richtig: Ich freue mich, wenn wir auf den Punkt kommen. Doch das ist kein Schalter, den wir umlegen. Es ist kein “Tacheles-Seminar” an dessen Ende ein Diplom der direkten Sprache auf uns wartet. Es ist ein Wandel unserer Gewohnheiten und Rituale. Dafür gilt es wertzuschätzen, was wir heute Störgrößen nennen. Es zu fordern, so wie Bernd Geropp in seinem Blogbeitrag, ist ein erster Schritt. Anhand von Beispielen aufzuzeigen wie es geht, ist der Einstieg in einen Entscheidungsprozess. Ob an dessen Ende eine bessere Kommunikationskultur steht – wir werden es nur erfahren, wenn wir es ausprobieren
!
Grüße
Gebhard Borck
PS: Seid im Ausprobieren tolerant gegenüber euren Versuchskaninchen und liebevoll zu euch selbst!
Eingeordnet unter Geschichten rund um Affenmärchen, off record
Wenn wir Menschen mehr zählen als die Sachen
heute wieder ein Erlebnis aus der Kategorie Affenmärchen in der Praxis:
Schon seit Jahren fällt es dem Unternehmen schwer, für eine technisch anspruchsvolle Außendienstaufgabe Mitarbeiter zu finden. Fachlich gibt es für diesen Job keine eigene Ausbildung, so dass sich immer zumindest teilweise fachfremde Mitarbeiter in die Materie einzuarbeiten haben.
Bisher sucht das Unternehmen dennoch verstärkt in sich fachlich angrenzenden Lehrberufen seine Mitarbeiter. Denn von diesen erwartet man zumindest einen Teil der benötigten Kompetenz, den man ihnen dann schon nicht mehr beibringen muss. Für keinen dieser Berufe ist das Angebot auch nur den “normalen” Arbeitsplätzen dieser Berufe ähnlich.Konsequenz: Das Unternehmen sucht innerhalb der ähnlichen Fachbereiche ganz bestimmte Menschentypen.
Diese “Typen” (selbständiges Arbeiten beim Kunden vor Ort, Entscheidungswille, Eigenverantwortung für die Projekte beim Kunden etc.) sind in den einbezogenen Berufen und überhaupt in der Arbeitswelt eine Minderheit und somit schwer zu finden. Dann muss natürlich auch noch die Chemie zwischen den Menschen stimmen usw.Unsere Erkenntnis: Machen wir so weiter bleibt der Fachkräftemangel für dieses Unternehmen ein Schlüsselproblem.
Die Konsequenzen:
- In der Suche wird zukünftig maßgeblich darauf geachtet, die richtigen Typen zu finden, bei denen auch die Chemie stimmt.
Natürlich wehrt sich niemand dagegen, wenn dann auch noch Fachkenntnisse dazukommen, doch sie sollen auf keinen Fall mehr ein ausschlaggebendes Entscheidungskriterium sein – Der Mensch zählt, nicht das Papier.- Die unternehmenseigene Ausbildung stärker gewichten.
Entscheidend wird sein, den charakterlich passenden, fachfremden Menschen das notwendige Know-how schnell und kompetent beizubringen. Darauf wird im bestehenden Ausbildungsprogramm ein stärkeres Augenmerk gelegt.
Die Erwartungen:
- Durch ausweiten der Grundmenge finden sich mehr passende Menschen.
Da man über alle sucht, erhöht sich die Zahl der Menschen, aus denen heraus die “richtigen” gefunden werden können. Der Anteil der passenden “Typen” wird sich vermutlich nicht ändern, doch wenn man die passenden 15 Prozent in einer Gruppe von 40.000.000 Menschen sucht, ist es wahrscheinlicher fündig zu werden, als wenn man sie in einer Gruppe von 500.000 sucht.- Durch eigene Qualifizierung höhere Mitarbeiterbindung erreichen.
Die neuen Mitarbeiter erleben sofort eine hohe Wertschätzung, da das Unternehmen direkt ausbildend in sie investiert und ihnen einen Vertrauensvorschuss gibt. So verstärkt sich auch die Bindung der Menschen an ein Unternehmen, dass ihnen von Anfang an entgegen kommt und sie nicht als Funktion behandelt.
Fachkräftemangel ist in aller Munde. Zudem sollte es ein starkes Anrecht auf die Nominierung zum Unwort des Jahres haben. Was bedeutet es schon Fachkraft zu sein. Genau genommen ist das doch nur der Ausdruck dafür, dass jemand in einer Spezialisierung sachlich und inhaltlich (hoch) kompetent ist. Mit dem Wort verbinden sich allerdings auch moralische und anders wertende Aspekte (mehr dazu in diesem Artikel über das Menschenbild), die ihm einen positiven Beigeschmack geben, den der entsprechende Mensch keinesfalls erfüllen muss.
Fachkräfte passen keineswegs automatisch zum Unternehmen, weder charakterlich noch emotional oder kulturell. Wie im bisherigen Vorgehen des Unternehmens in diesem Beispiel, verblendet die Qualität der Papiere häufig unsere Entscheidung für oder gegen eine(n) neue(n) Mitarbeiter(in). Dem liegt ein unausgesprochener Glaubenssatz zugrunde: Wenn es fachlich stimmt, bekommen wir das menschliche schon hin – wir Menschen sind ja flexibel.
Wie ich in Affenmärchen an verschiedenen Stellen beschrieben habe, ist das eine große Falle. Wir alle haben in unserem Leben schon viel und werden noch mehr lernen. Fachliche Qualifikation ist anstrengend und mit emotionalen Schwierigkeiten verbunden:
- man ist wieder Anfänger
- bewusste Inkompetenz ist keine pure Freude
- wenn man etwas neues Beginnt, macht man viele und auch dumme Fehler
- usw.
Dennoch: Sich fachlich weiter zu bilden ist allemal einfacher, als sich selbst, die eigene Identität, seine gefestigten Glaubenssätze und Gewohnheiten oder auch nur die eigenen Erwartungen an die Umwelt zu verändern.
Fachkräftemangel trifft vor allem und zunehmend die Unternehmen, die nach Funktionen suchen anstatt von Menschen. Natürlich ist die Kommunikation und die Lehre eine Herausforderung, wenn man im firmenspezifischen Fach nicht genug Kraft findet. Dennoch ist diese Herausforderung einfacher und wirtschaftlich günstiger zu meistern als Menschen und ihren Charakter zu verbiegen.
Beste Grüße
Gebhard Borck
Eingeordnet unter Affenmärchen in der Praxis
Skizze zu einer besseren Gesellschaft von Heinrich Hattebier
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
heute hat mir mein Kunde Heinrich Hattebier nach einem Beratungstermin folgenden Text gesendet. Er weißt daraufhin, dass es sich um eine Skizze handelt, da er den Text weder inhaltlich noch sprachlich ausgefeilt hat.
Mir gefiel schon die Skizze sehr gut:
Skizze zu einer besseren Gesellschaft
Die Gesellschaft besinnt sich endlich auf den größten Schatz, den sie nutzen kann: die jungen Menschen und deren Entwicklung. Experten und Nicht-Experten entwickeln zu gleichen Teilen die neuen Bildungsinhalte: z. B. Individualität, Kommunikation, Solidarität. Die neuen jungen Menschen finden mehr Glück im Gruppenerlebnis, Naturerlebnis, Selbsterlebnis. Sie können besser Beziehungen leben, eigene Ziele verfolgen und werden viel weniger kriminell. Die Erwachsenen entwickeln die Kulturgesellschaft, in der sie Technologie, Transport, Sport, Gesundheit, Freizeit, Sozialbereich, Musik, Theater, Landschaft, Familie miteinander verbinden, so dass alle beteiligt sind – alle erhalten ein bedingungsloses Grundeinkommen von zum Beispiel 750 Euro im Monat und entscheiden frei, ob sie damit ihre Ausbildung finanzieren, oder sich Zeit für Kinder und Angehörige nehmen, einen wenig einträglichen Beruf in Handwerk oder Musik damit stützen oder es dann als Sockelbetrag im Alter verwenden. Es gibt nur noch eine Steuer: die auf den Konsum. Alle Waren und Dienstleistungen werden mit z. B. 25 % Steuer belegt, ohne Ausnahmen und Schlupflöcher. Es wird ein großes ökonomisches Abenteuer: alles gerät aus den Fugen und fügt sich neu. Arme kompensieren die höheren Kosten für Essen und Wohnen mit dem Grundeinkommen, Reiche zahlen fünf- bis sechsstellig Steuern für Autokauf und Mietshausbau – und können die nicht mehr übers Geschäft absetzen – und gründen Stiftungen, um jeden Monat die 750 Euro, die sie nicht benötigen, in Kultur und Wissenschaft zu stecken. Die riesige Sozialbürokratie, die meisten Finanzämter, Steuerberater, Elterngeld für den Mittelstand, BAföG und vieles andere wird man nicht mehr brauchen. Es entwickelt sich eine bessere Gesellschaft, die materiellen Reichtum, Egoismus, Geltungssucht zunehmend überwindet und unzählige sorgenarme Individuen hervorbringt, die eine neue Kultur der sozialen Wärme, der kreativen Vielfalt und – nicht zuletzt – der ökonomischen Freiheit verwirklichen.
Dresden 08. März 2010
Ich bedanke mich bei Heinrich Hattebier, dass ich seine Gedanken hier veröffentlichen kann. Bitte reduziert den Text nicht auf seine Fakten und erkennt die Sehnsucht, die sich darin findet. Es ist die Skizze/ das Gefühl einer Gesellschaft, für die ich Affenmärchen geschrieben habe, die ich meinen Kindern, meiner Familie, meinen Freunden und überhaupt allen wünsche.
Ökonomische Freiheit beginnt dort, wo Menschen nein zu den sie führen wollenden Ökonomen sagen können.
Im eigentlichen Leben ist Heinrich Innenarchitekt mit eigener Tischlerei. Er fertigt aus Massivhölzern Möbel nach Maß und freut sich, die Kombination Design und Erstellung unter einem Dach zu vereinen.
Heinrich ist ein lebenserfahrener und gelassener Handwerker mit Studium und einem sympathisch ruhigen Humor.
Wenn also jemand auf der Suche nach individuellen Möbeln ist, diesen Menschen möchte ich gerne auch fachlich
empfehlen: www.hattebier.com
Beste Grüße
Gebhard Borck
Eingeordnet unter 01 Arbeit platzt, danke









